Tiefe Töne sind ganz wichtig!

03.06.2019 • 16:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bernd Konzett mit seinem Instrument. BI
Bernd Konzett mit seinem Instrument. BI

Kontrabassist Bernd Konzett ist Manager der Sinfonietta Vorarlberg.

Thüringen Bernd Konzett ist musikalisch äußerst vielseitig. So ist er als Kammermusiker bei verschiedenen Ensembles und in Orchestern zu hören, tritt aber auch in Formationen mit Musikrichtungen wie Tango, Groove oder Weltmusik auf. Prägend für seine musikalische Entwicklung war sicherlich der Einfluss seiner älteren Geschwister, die Volksmusik, Jazz, Operette und Rock gehört haben. „Mein Vater hat mich dazu angeregt, Akkordeon zu lernen. Dieses Instrument hat mir sehr gut gefallen. Nachdem ich von der Musikhauptschule Thüringen auf das Musikgymnasium in Feldkirch gewechselt bin, musste ich allerdings ein anderes Instrument wählen, da Akkordeon dort noch nicht unterrichtet wurde. Ich habe deshalb als Unterrichtsfach das Klavier gewählt. Da ich jedoch grundsätzlich ein sehr geselliger Mensch bin, wollte ich nicht immer allein musizieren. So habe ich mit 17 Jahren angefangen, mit dem Kontrabass ein Orchesterinstrument zu spielen“, erklärt Bernd Konzett seine Intention, Kontrabass zu lernen.

Studium in Salzburg

Da es früher keine Kontrabässe für Kinder gab, war Bernd Konzett genau im richtigen Alter und hatte die nötigen physischen Voraussetzungen, um Kontrabass zu lernen und auch eine musikalische Karriere starten zu können. Das Instrument begeisterte ihn nachhaltig. So studierte er in weiterer Folge das Konzertfach Kontrabass in Salzburg. Sein Lehrer und Mentor war Klaus Stoll, der 1. Solokontrabassist bei den Berliner Philharmonikern war. „Höre nie auf zu üben!“ und „Man ist immer nur so gut wie das nächste Konzert“ waren zwei grundlegende Ratschläge, die dieser dem jungen Musiker mit auf den Weg gab. Mittlerweile hat sich der Kontrabassist auch international etabliert und tritt mit verschiedensten Formationen auf.

Vor dreißig Jahren war er zudem Mitbegründer der Sinfonietta Vorarlberg, die im Wesentlichen aus Vorarlberger Berufsmusikern besteht. Seit rund zwölf Jahren fungiert Konzett zudem als musikalischer Leiter in der Villa Falkenhorst in Thüringen. Bei der Programmauswahl für die rund 15 Konzerte pro Jahr ist für ihn vor allem die Qualität entscheidend: „Ich halte nichts von kompetenzfreier Kumpelei. Die meisten Musiker, die in der Villa Falkenhorst auftreten, kenne ich, da ich mit vielen von ihnen schon zusammen musiziert habe. Meine geomusikalische Grenze endet ja zum Glück nicht am Arlberg.“ All diese Aufgabengebiete haben unmittelbar mit Musik zu tun. „Musik ist für mich die unmittelbarste Form der Kunst, ich hatte immer schon einen ganz eigenen Zugang zu Musik. Wenn es mir schlecht geht und ich Musik höre, kann es mir besser gehen – aber auch umgekehrt. Wenn ich beispielsweise ein Bild betrachte, dann verändert das meine Stimmung niemals so grundlegend, wie wenn ich Musik höre. Übrigens ist das Musikhören auch eine Frage der Dosierung. Musik ist nicht mein ständiger Begleiter. Mein ganzes Hören ist nicht nur Musik, sondern ich höre auch gerne die Stille. Es ist wie mit gutem Wein – trinkt man diesen täglich, geht der Genuss verloren“, erläutert Bernd Konzett seinen Zugang zu Musik.

Seit 2002 ist der Musiker zudem auch als Künstlervermittler tätig. Trotz seiner Vielseitigkeit sieht er jedoch sein Kernanliegen in der Musik: „Ich könnte ohne Musik nicht leben. Und der Kontrabass hat hierbei eine ganz eigene Qualität, denn auch tiefe Töne sind sehr wichtig!“ BI

zur Person

Bernd Konzett

Geboren 27. Juni 1968

Familie in Lebensgemeinschaft, drei Söhne

Wohnort Lustenau

Berufliche Wirkungsweise Solokontrabassist beim Symphonieorchester Vorarlberg, Kammermusiker beim Ensemble konz.art, dem Ensemble Plus, dem Mozart Kammerorchester Salzburg und der K+K Plattform Vienna

Hobbys Sport, Freundschaften pflegen, Natur