„Abfallprodukt“ heizt ÖBB-Kraftwerk Braz

04.06.2019 • 15:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das ÖBB-Kraftwerk in Innerbraz wird seit einigen Jahren umweltfreundlich geheizt. ÖBB/Fritscher
Das ÖBB-Kraftwerk in Innerbraz wird seit einigen Jahren umweltfreundlich geheizt. ÖBB/Fritscher

Sinnvolle Abwärmenutzung spart jährlich rund 12.000 Liter Heizöl.

Innerbraz „Die Umstellung der Beheizung des ÖBB-Kraftwerks Braz hat sich voll bewährt“, kann ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair erfreut berichten. „Die Abwärme wird dabei sinnvoll genutzt. 12.000 Liter Heizöl jährlich werden eingespart.“

Saubere Energie

Effektiver Klimaschutz sei bei den Österreichischen Bundesbahnen mehr als ein Schlagwort, versichert Gasser-Maier, der hinzufügt: „In diesem Zusammenhang beschränken sich die ÖBB nicht nur auf ihre Kernkompetenz, die umweltfreundliche Mobilität von Personen und Gütern, sondern setzen in allen Bereichen im Unternehmen an. Dazu zählen auch die ÖBB-eigenen Wasserkraftwerke, die für die Produktion von sauberem Bahnstrom verantwortlich sind.“

Seit Sommer des Vorjahres sind die Züge auf dem ÖBB-Netz ausschließlich mit Bahnstrom aus erneuerbaren Energieträgern unterwegs – rund ein Drittel des benötigten Stroms wird in den acht ÖBB- eigenen Kraftwerken, darunter das Laufkraftwerk Braz, erzeugt.

Noch bis vor wenigen Jahren wurden die Schieberkammer sowie die Kraftwerksnebenräume in der Kaverne im Berg elektrisch beheizt. Für das oberirdische Gebäude war eine Ölheizung im Einsatz. Doch seit einigen Jahren sorgt modernste Technologie dafür, dass die gesamte Anlage sich selbst heizt. Und zwar über die von den Generatoren produzierte Abwärme. Diese wurde früher, unter Verwendung von Kühlwasser, über einen Luft-Wasser-Wärmetauscher „vernichtet“. „Seit ein paar Jahren sorgt das vermeintliche ‚Abfallprodukt‘ für angenehme Raumtemperaturen in der kalten Jahreszeit im ÖBB-Kraftwerk Braz“, so Gasser-Mair. Mittels Wärmetauscher bei den Generatoren wird das Heizwasser über die Abwärme der Generatoren erwärmt und über einen Pufferspeicher in einen Heizkreislauf gespeist. Zudem wurde auch das Dach des Kraftwerksgebäudes isoliert.

Die Beobachtungen seit Inbetriebnahme des innovativen Heizsystems, in das rund 120.000 Euro investiert wurden, haben gezeigt, dass sich damit konstant rund 12.000 Liter Heizöl jährlich sparen lassen. Dies entspricht dem Verbrauch von rund vier unsanierten Einfamilienhäusern. „Die getätigten Investitionen werden sich damit in kürzester Zeit rechnen – für die ÖBB und die Umwelt“, freut sich der ÖBB-Sprecher. VN-JS

Neueste Technologie ermöglicht die sinnvolle Nutzung von Abwärme.
Neueste Technologie ermöglicht die sinnvolle Nutzung von Abwärme.