Billigkleidung sorgt für viel modischen Müll

Vorarlberg / 05.06.2019 • 19:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mehr wandert in die Caritas-Container als in den Restmüll.

feldkirch Modemuffel sind die Vorarlberger offenbar keine. Jeder hat mindestens 74 Kleidungsstücke im Schrank. Allerdings ist der Gefallen an den gekauften Teilen enden wollend. Das geht aus einer Erhebung im Auftrag von Greenpeace zum Kleiderkonsum in Österreich hervor. Bundesweit wird zudem jedes achte Stück fast nie oder nur sehr selten getragen. Hochgerechnet auf Vorarlberg wären das mindestens drei Millionen Kleidungsstücke, die ungenutzt im Kleiderschrank lagern, und nur zwei von fünf Vorarlbergern gaben an, Kleidung auszusortieren, wenn sie nicht mehr gefällt, selbst wenn das gute Stück keine Mängel hat. Das meiste landet im Müll.

Ein besseres Zeugnis stellt Borna Krempler, Koordinator Sachspenden bei der Caritas, den Vorarlbergern aus. „Bei den Kleiderspenden sind sie österreichischer Meister“, sagt er und verweist auf 3500 Tonnen Altkleider, die 2018 in den gut 400 Containern landeten. Die Mengen an Kleidungsstücken verwundern ihn nicht. „Sehr viele Textilien sind billig. Mode ist keine Geldfrage mehr“, stellt Borna Krempler fest. Mehr schockiert ihn die Menge, die laut Studie österreichweit im Restmüll landet. Die Vorarlberger würden da bewusster agieren. Diese Einschätzung bestätigt auch die Umfrage. Ein Drittel hat zwar im vergangenen halben Jahr Kleidung weggeworfen, aber etwas mehr haben ihre nicht mehr getragenen Teile gespendet. Trotzdem würde sich Krempler im Sinne der Umwelt wünschen, dass weniger Kleidungsstücke gekauft, die länger getragen und vielleicht auch einmal geflickt würden. Seiner Ansicht nach sollte es insgesamt weg von der Wegwerfmentalität gehen.

Konstante Nachfrage

Kleidertausch ist hingegen noch kein Thema. Dafür kaufen die Vorarlberger gerne in den fünf carla-shops der Caritas ein. „Es gibt eine konstante Nachfrage“, bestätigt Krempler. Etwa ein Prozent der gespendeten Kleidung geht dort über die Ladentische, zu günstigen Preisen und im Bedarfsfall auch gratis. Die Hälfte der Kleider ist noch tragbar, aus dem Rest wird versucht, das Beste zu machen. Rund 25 Prozent können als Rohstoffe für Putzlappen oder Isolationsmaterial wiederverwendet werden. Bleiben immer noch 20 Prozent an Textil- und Restmüll, die die Caritas kostenpflichtig entsorgt. VN-MM