Feldkirch soll eine Kinderstadtvertretung erhalten

Vorarlberg / 05.06.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im August findet wieder die Kinderstadt Kleinfeldkirch statt. Diese Bühne soll als Startschuss für eine tiefergehende Beteiligung von Feldkircher Kindern bei städtischen Entscheidungen dienen. UYSA

Feldkircher Stadtvertretung mit Grundsatzbeschluss zur Einrichtung einer Beteiligungsmöglichkeit für Kinder. Konzept wird jetzt ausgearbeitet. Möglicher Startschuss für die Kinderstadt Feldkirch.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Das sich auch Kinder politisch engagieren, beweist aktuell die Fridays for Future-Bewegung. Viele Themen betreffen nicht nur Erwachsene, sondern eben auch junge Menschen. In Feldkirch will man diesem Bedürfnis zur Beteiligung in Zukunft aktiv begegnen, die Stadtvertretung hat in der vergangenen Sitzung einstimmig einen Grundsatzbeschluss gefasst, ein Konzept für eine Kinderstadtvertretung auszuarbeiten. Eingebracht wurde der Antrag von Stadtvertreter Georg Oberndorfer von den Neos. „Ich bemerke bei Kindern in meinem Umfeld, wie sie sich, insbesondere durch die Bewegung Fridays for Future auf einmal für Politik interessieren“, berichtet er. „Kinder wollen mitbestimmen und nicht länger zusehen, wie wir Erwachsene um den heißen Brei reden. Die Kinderstadtvertretung soll allen Feldkircher Kindern die Möglichkeit zur Mitbestimmung geben.“

Rasche Umsetzung gewünscht

Eine gute Idee, darüber waren sich die Stadtvertreter quer durch alle Fraktionen einig. Nun geht es darum, aus der Idee eine konkrete Umsetzung zu gestalten. In den nächsten Wochen soll ein detailliertes Konzept erstellt werden. Der Wunsch der Stadtpolitik wäre es, dass die diesjährige Kinderstadt Kleinfeldkirch, die im August stattfindet, als Startschuss dienen soll. Bei der alle zwei Jahre stattfindenden Kinderstadt gibt es bereits jetzt einen Kinderstadtrat. Aber eben nur alle zwei Jahre und nur für drei Wochen.

Vorbilder für derartige Konzepte gibt es bereits einige. Oberndorfer verweist etwa auf Luzern. In der Schweizer Stadt können die Kinder Postulate, als Wünsche und Anregungen, einbringen. Wenn diese Postulate in der Stadtvertretung diskutiert werden, sind die Kinder an den Beratungen beteiligt und dürfen ihre Argumente vorbringen. Auch in Graz gibt es seit 2005 ein erfolgreiches Modell der Kinderbeteiligung, das dort Kinderparlament genannt wird.

„In der Kinderstadtvertretung sollen einzig und allein die Kinder das Sagen haben, wir Großen werden uns da heraushalten.“

Stadtvertreter Georg Oberndorfer

Die Parteien sind sich auch einig, dass die Parteipolitik jedenfalls in der Kinderstadtvertretung keine Rolle spielen darf. „In der Kinderstadtvertretung sollen einzig und allein die Kinder das Sagen haben, wir Großen werden uns da heraushalten“, erklärt Oberndorfer. Die Kinder sollen dabei nicht nur ihre Meinungen einbringen können, sondern auch das Argumentieren, Zuhören und Aushandeln von Kompromissen lernen.