Hochjoch wird in drei Etappen zum Abenteuerberg

05.06.2019 • 05:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Kletterteig Hochjoch ist derzeit eine der Topattraktionen am Berg.SIMO/KOTHNER

Silvretta Montafon investiert in den Sommertourismus.

SCHRUNS „Unser Ziel ist es, Kinder und Familien an die Bergwelt heranzuführen. Bewegung und Abenteuer am Berg stehen im Zentrum“, begründet Silvretta Montafon Geschäftsführer Martin Oberhammer die kräftigen Investitionen in den Sommertourismus, die bereits heuer starten.

Neue Attraktionen

Zwei Jahre lang laufen die Vorbereitungen hinsichtlich des Ausbaus des Bewegungsangebots am Schrunser Hochjoch und in der Gaschurner Nova. Rund um die beiden Alpengasthäuser Kapell und Novastuba sollen bis 2021 in drei Ausbaustufen der Abenteuerberg Hochjoch und die Alpenwelt Nova neu entstehen. „Am Abenteuerberg wollen wir Abenteuer, Bewegung und Flow in Einklang bringen und Lust an der Bewegung, gepaart mit Infos, anbieten. Das Angebot der Alpenwelt richtet sich in erster Linie an Familie und Kinder, die hier die Geschichte und die Eigenarten der Region Montafon erleben“, beschreibt Projektleiter Endrik Lengwenat das Konzept. So werden am Hochjoch zu den bestehenden Klettersteigen Hochjoch und Kälbersee in diesem Jahr das Aktivrevier, der Naturkräftepfad und das Seebiotop neu entstehen. Das Aktivrevier gleicht einem großen Abenteuerspielplatz mit Motorikparcours, Kletterzentrum, Tubingbahn, Slacklinepark. Das seit zwei Jahren beim Kapellrestaurant bestehende Bikergelände siedelt indessen auf den Vorplatz der SiMo-Zentrale ins Tal nach Schruns. Der 2,6 Kilometer lange und 14 Stationen umfassende Naturkräftepfad führt vom Restaurant hinauf zum Seebiotop beim Seebligasee und rückt die Naturkräfte in den Fokus. Mit der Funsportstrecke zwischen Mittel- und Bergstation wird das Angebot am Hochjoch zudem erweitert.

In der Nova kann man ab heuer viel über die Montafoner Tierwelt, insbesondere das Braunvieh und das Montafoner Steinschaf erfahren. Zudem rückt man mit dem Themenweg „Vier Barga“ das Leben der Älpler in den Mittelpunkt.

Fertigstellung Anfang Juli

Nachdem dieser Tage die letzten behördlichen Bewilligungen eingingen, soll es mit dem Ausbau des neuen Angebots nun Schlag auf Schlag gehen. Seit letzter Woche sind bis zu acht Arbeiter mit dem Aufbau der neuen Attraktionen am Berg beschäftigt. „Wir hoffen, bis zum 1. Juli alles abgeschlossen zu haben“, so Lengwenat, der gleichzeitig bereits von der nächsten Ausbaustufe spricht: „Wir sind darum bemüht, das Angebot am Berg organisch wachsen zu lassen.“ So ist für 2020 unter anderem der Umbau des Kapellrestaurants und der Talstation der Hochjochbahn vorgesehen. Fix ist auch die Neuerrichtung eines Hochseilgartens am Intersportgebäude am Berg im kommenden Jahr. „Wir wollen kein Freizeitpark werden“, betont der SiMo-Projektleiter angesichts der weiteren Ausbaupläne. „Eine ‚Möblierung‘ der Alpen wird es bei uns nicht geben“, versichert er. „Daher legen wir bei der Auswahl der Materialien und Farben großen Wert auf natürliche Elemente.“

Über das Investitionsvolumen hält sich der Projektleiter bedeckt. Fakt ist aber, dass es sich um die größte Investition in den Sommertourismus in der Geschichte des Unternehmens handelt. „Wir sehen hier großes Entwicklungspotenzial“, sind sich Oberhammer und Lengwenat einig.

Seitens der Naturschutzanwaltschaft werden die Vorhaben zwar kritisch gesehen, „da sich die Anlagen großteils im Nahbereich der bestehenden Gebäude befinden, halten wir diese für vertretbar“, so Katharina Lins.

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