„In unserer Musik lebt ihre Seele weiter“

07.06.2019 • 14:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Humorvolle Art und enorme Schaffenskraft.
Humorvolle Art und enorme Schaffenskraft.

Priscilla Gräfin zu Waldburg-Zeil-Hohenems verstarb im 86. Lebensjahr.

Ernest Enzelsberger

hohenems Am 31. Mai verstarb im Palast zu Hohenems Priscilla Gräfin zu Waldburg-Zeil-Hohenems im 86. Lebensjahr. Ihren Tod teilte die Stadt Hohenems in einer Aussendung mit.

Sie wurde am 5. Februar 1934 in München als Gräfin von Schönborn-Wiesentheid geboren und heiratete im Jahre 1956 Franz Josef Waldburg-Zeil. Nach der Hochzeit zog sie in den Emser Palast ein. Der Ehe, die 63 Jahre dauerte, entsprangen sieben Kinder, von denen eine Tochter im Alter von nur sechs Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall in der Lustenauer Straße ums Leben kam.

„Wer wie ich in Hohenems aufgewachsen ist, verbindet unzählige schöne Erinnerungen von offiziellen Veranstaltungen in der Stadt auch mit ihrer vertrauten Anwesenheit und ihrem milden, stillen Lächeln an der Seite ihres Mannes, auch wenn sie selbst sich öffentlich stets bescheiden und zurückhaltend präsentiert hat. Wer sie privat gekannt hat, der schätzte ihre humorvolle Art und enorme Schaffenskraft. Mit Priscilla Waldburg-Zeil verliert die Stadt auch ein gutes Stück von sich selbst“, schreibt der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger in seinem Nachruf.

Sie war auch – so Egger weiter – die maßgebliche Triebfeder zur Sanierung und Öffnung des Palastes für Feierlichkeiten und Besucher.

Darüber hinaus hat sie die Kulturszene der Stadt dank ihrer Liebe zur klassischen Musik maßgeblich bestimmt. Weit über die Landesgrenzen Vorarlbergs hinaus bekannte Veranstaltungen wie die „Schubertiade“ oder die Konzertreihe der „Arpeggione“ im Palasthof wären ohne ihre Mitbegründung wohl nicht möglich gewesen. Der künstlerische Leiter des Kammerorchester Arpeggione, Irakli Gogibedaschwili führt zum Ableben von Gräfin Priscilla zu Waldburg-Zeil aus: „Gräfin Priscilla war nicht nur die Seele des gräflichen Palastes sondern sie war auch unsere ,Arpeggione-Mutter‘. Seit 29 Jahren, zwischen März und Oktober, kam sie anlässlich der Abonnementkonzerte während der täglichen siebenstündigen Proben oft mit einem Lächeln zu uns, setzte sich in die erste Reihe und hörte uns aufmerksam zu. Sie erlebte in all diesen Jahren die Tiefen und Höhen des Kammerorchesters Arpeggione mit. Wir spürten stets ihre moralische Unterstützung, sie bot uns eine Heimat im Palast. Im engsten Familienkreis konnte Elisso Gogibedaschwili auf Wunsch von Gräfin Priscilla ihr letztes Konzert geben. Das Kammerorchester Arpeggione und ich bedanken uns auf das Herzlichste. In unserer Musik lebt ihre Seele weiter.“ Ihre repräsentativen Aufgaben als Fahnenpatin der Schützengilde Hohenems, als frühere Fahnenpatin der Bürgermusik Hohenems und als Patronin der Pfarrkirche St. Karl Borromäus (als einzige Patronatskirche in Vorarlberg) erfüllte sie mit großer Hingabe bis zum Schluss. Die Verstorbene war auch bekannt dafür, hilfesuchende und hilfsbedürftige Personen zu unterstützen.

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