Kinder feierten Kischta-Gärtle-Abschluss ohne Müll

07.06.2019 • 09:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jamie übte sich im Kleinschneiden von Kräutern. VN/STEURER

Rund 600 Kinder und Jugendliche beteiligten sich an Naturinitiative.

Wolfurt So viele Besucher sieht das Freizeitgelände an der Ach in Wolfurt auch nicht alle Tage. Rund 600 Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Land hatten sich gestern, Donnerstag, dort versammelt, um im Rahmen der Umweltwoche gemeinsam den Abschluss des Projekts Mi Kischta-Gärtle zu feiern. Die vom Verein Obst- und Gartenkultur Vorarlberg (OGV) erstmals organisierte Aktion fand in Schulen sowie Kindergärten regen Widerhall. So entstand aus nicht weniger als 2002 liebevoll bepflanzten Kistchen der längste Garten des Landes.  Ziel der Initiative war es, den jungen Leuten ein nachhaltiges Bewusstsein für die komplexen Zusammenhänge in der Natur, den Wert regionaler Produkte sowie die Bedeutung der Abfallvermeidung zu vermitteln.

Probieren und informieren

Renate Moosbrugger, Anja Burtscher und Stefan Jarau vom Garta-tuat-guat-Team griffen tief in die Attraktionskiste, um den Nachwuchsgärtnern einen unvergesslichen Tag zu bieten. An verschiedensten Stationen konnten die Kinder probieren, sich informieren und selbst Hand anlegen. Selbstvergessen schnippelt Jamie mit einem kleinen Messer ein paar Basilikumblätter klein. Er macht das gut. Fast so gut wie Jamie Oliver. „Der bin ich aber nicht“, gibt der Bub aus Düns kokett zurück. Lisa zerkleinert andere Kräuter. „Ich mache das gerne“, sagt das Mädchen. Andrea Nachbaur und ihr Team passen gut auf die Kleinen auf. Schon frühmorgens sind die Kindergartenkinder aus Düns und Dünserberg mit Bus und Bahn nach Wolfurt gefahren. „Eine tolle Aktion“, konstatiert die Kindergartenleiterin. Damit aus den Kistchen etwas wird, hat sie im Kindergarten einen Opa-Tag veranstaltet. Dabei wurden die Bausätze gemeinsam zusammengebastelt. Jetzt gedeiht das Gemüse darin. Vor den Ferien darf jedes Kind sein Kistchen mit nach Hause nehmen und den Lohn ernten.

Wie Fische im Plastik

An allen Stationen herrscht reges Treiben. An einem großen Feuer, das an diesem kühlen Tag angenehm wärmt, wird Stockbrot gebraten, daneben das Märchen von der Gurke erzählt. An Bäumen ist Plastikabfall aufgehängt, durch den Kinder wandern. „Sie sollen selbst spüren, wie es sich für Fische anfühlt, zwischen Plastikmüll leben zu müssen“, erklärt Sebile Durmas, Lehrerin an der Mittelschule Wolfurt. Danach schreiben die Mädchen und Buben ihre Empfindungen auf. Einhelliges Gefühl: „Grauslich.“ Nicht zuletzt deshalb wurde größter Wert auf die Abfallvermeidung gelegt und ein Fest ohne Müll zelebriert. Jedes Kind brachte nämlich Teller und Besteck im Rucksack mit. Ob die Aktion wiederholt wird, kann OGV-Obmann Markus Amann noch nicht sagen, obwohl die Rückmeldungen durchwegs positiv waren. Vorbehalte gab es nur gegen den Zusammenbau der Kisten. Eltern hatten Bedenken, ihre Kinder könnten sich verletzen. „Wir haben kein einziges Pflaster gebraucht“, kann Amann aber auch diesbezüglich zufrieden resümieren.

Schöner als Schule: Stockbrotbraten am Lagerfeuer.
Schöner als Schule: Stockbrotbraten am Lagerfeuer.
Die Schüler versuchten, mit allen Sinnen die Natur und was sie hervorbringt zu genießen.
Die Schüler versuchten, mit allen Sinnen die Natur und was sie hervorbringt zu genießen.
Kinder zwischen Plastikmüll: Es gefiel ihnen gar nicht.
Kinder zwischen Plastikmüll: Es gefiel ihnen gar nicht.