Soziale Sicherheit für alle schaffen

Vorarlberg / 07.06.2019 • 18:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beschäftigung in einem Arbeitsprojekt gibt Zuversicht. caritas
Beschäftigung in einem Arbeitsprojekt gibt Zuversicht. caritas

Caritas will in diese Richtung neue Akzente setzen.

lustenau Soziale Sicherheit für alle: Dieses Ziel hat sich die Caritas auf die Fahnen geheftet. Mit verschiedensten Aktionen will die Organisation ihres dazu beitragen, aber: „Es braucht die gemeinsame Anstrengung von allen, denn auch für die Zukunft ist soziale Sicherheit kein Selbstläufer“, erklärte Caritas-Direktor Walter Schmolly bei der Präsentation des Wirkungsberichts für 2018. Mit Projekten wie „Lebendige Nachbarschaft“, mehr Lerncafés für Kinder aus einkommensschwachen Familien sowie einem Wertedialog will die Caritas in den kommenden Monaten neue Akzente setzen, um Beziehungsnetze zu stärken, Zuversicht zu vermitteln und Krisensituationen für Betroffene besser abzufedern.

Einsamkeit belastet

Gerade in bewegten Zeiten müssten sich alle Menschen gut abgesichert wissen, meinte Walter Schmolly. Angst vor dem sozialen Abstieg oder die Sorge, nicht mehr mit den Leistungserfordernissen mithalten zu können, belaste Menschen und gefährde zudem das gesellschaftlich Klima. Ingrid Böhler, Leiterin der Pfarrcaritas, verwies auf die steigende Zahl von einsamen und isoliert lebenden Menschen. „Sie sind schon längst keine Randgruppe mehr.“ In Vorarlberg leben demnach rund 30 Prozent in Singlehaushalten. Vor allem sei Einsamkeit zunehmend ein Thema des Alterns. Dagegen gehen etwa die mehr als 300 ehrenamtlichen Sozialpaten an, die 12.000 Einsatzstunden absolvierten. Auch die „Lebendige Nachbarschaft“ soll Menschen zu mehr aktiven Kontakten verhelfen. „Wir verstehen LE.NA. als Anstoß- und Erprobungsraum. Es gilt für die problematischen Folgen zu sensibilisieren und im weiteren Lösungsansansätze in Zusammenarbeit mit vorhandenen Pfarr- und Gemeindestrukturen zu erarbeiten“, erläuterte Böhler. Gestartet wird demnächst in Lustenau, Rankweil, Feldkirch und Bludenz, eine fachliche Evaluierung inklusive.

Am meisten verunsichert die Menschen jedoch der Tod. „Umso wichtiger ist es, Sterbende und ihre Angehörigen in dieser sensiblen Lebensphase möglichst gut zu begleiten“, sagte der Leiter der Hospiz Vorarlberg, Karl Bitschnau. Neben den regionalen Hospizteams sowie dem Mobilen Palliativteam spielt inzwischen auch das Hospiz am See eine wichtige Rolle in diesem Bemühen. „Es bewährt sich in der Praxis bestens“, berichtete Bitschnau. 98 Patienten wurden bislang stationär aufgenommen. Die Rückmeldungen sind gut. Trotz der emotional herausfordernden Umstände würden sich Gäste und Angehörige sehr wohl und gut aufgehoben fühlen.

Weniger Flüchtlinge betreut

Was den Umsatz betrifft, hat sich der gegenüber 2017 und 3,6 Prozent auf 52,9 Millionen Euro reduziert, was laut Walter Schmolly dem Rückgang der Flüchtlingsbetreuung geschuldet ist. Gut 90 Prozent der verfügbaren Mittel wurden in Vorarlberg verwendet, zehn Prozent gingen in die Auslandshilfe. Der Anteil an Spenden lag bei 24 Prozent, jener aus Entgelten für Dienstleistungen bei 58 Prozent. Die Kosten für Spendenwerbung und –verwaltung lagen bei unter acht Cent pro Spenden-Euro. „Unterm Strich blieb eine schwarze Null mit zweckgewidmeten Rücklagen von 247.000 Euro“, erläuterte der Caritas-Direktor. Das entspricht 0,5 Prozent des Umsatzes. VN-MM

„Auch in Zukunft wird die soziale Sicherheit kein Selbstläufer sein. Es braucht alle.“