Sternbräu-Gebäude verkauft

07.06.2019 • 16:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorkaufsrecht für Sternbräu-Komplex wurde gezogen. Jetzt bleibt aber Getränkelager-Grundstück (rechts) im Besitz des jetztigen Wirt. VN
Vorkaufsrecht für Sternbräu-Komplex wurde gezogen. Jetzt bleibt aber Getränkelager-Grundstück (rechts) im Besitz des jetztigen Wirt. VN

Familienmitglied zieht Vorkaufsrecht für Rankler Traditionsgasthaus.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Anfang April hat der Inhaber des traditionsreichen Gasthauses Sternbräu in Rankweil, Gunther Wetzel, das Gebäude sowie umliegende Grundstücke zum Verkauf angeboten. Vorangegangen waren eine Insolvenz und ein Familienstreit, Wetzel schmiss letztlich das Handtuch. Die VN berichteten. Ende April war dann auch ein Käufer gefunden. Der Baukonzern Swietelsky mit Sitz in Linz hatte sich als Bestbieter erwiesen. Doch wie es ausschaut, wird das Bauunternehmen das Sternbräu nicht übernehmen können. „Meine Verwandte hat ihr Vorkaufsrecht gezogen“, erklärt Gunther Wetzel. Jene Verwandte, mit der Wetzel die letzten Jahre immer wieder vor Gericht gestritten hat. Es dürfte auch weiter nicht eitel Wonne herrschen.

Die Kaufsumme, 1,65 Millionen Euro, sind bereits beim Notar auf dem Konto eingegangen, berichtet Wetzel. Bezahlt habe aber Prisma, nicht die Cousine. Prisma würde, das habe er gehört, auch die Rechtskosten für die Verwandte übernehmen, erzählt der Wirt. Er selber habe weder von seiner Cousine noch von Prisma etwas gehört. „Wir haben keine Ahnung, wann wir gehen müssen“, meint er. Wetzel lebt mit seiner Familie im Sternbräu.

Die Lage wird dadurch verkompliziert, dass nun lediglich eines von zwei Grundstücken an die Verwandte fällt, da nur auf diesem ein Vorkaufsrecht liegt. Das zweite müsse er nicht verkaufen: „Ich bin aber offen für Gespräche“, will Wetzel einen Verkauf nicht ausschließen. Ansonsten könnte der Streit wohl noch lange weitergehen, immerhin reicht das bestehende Gebäude bis an die Grundstückgrenze, jeder Neubau wäre also eine haarige Angelegenheit.

Vonseiten von Prisma will man sich zur Sache nicht äußern, Firmenchef Bernhard Ölz ist im Urlaub, der Unternehmenssprecher hat keine Informationen. Auch Wetzels Cousine war nicht erreichbar.

„Reicht für alle Schulden“

Freuen dürfen sich die Gläubiger aus der Insolvenz vom Oktober 2016. Die 910.000 Euro Schulden können nun endlich beglichen werden. Das restliche Geld will Wetzel verwenden, um einen Neustart hinzulegen. Zwei Lokalitäten habe er bereits im Auge, erste Gespräche seien geführt. Nun werde er die Intenstität der Verhandlungen erhöhen. „Ich möchte das noch im Juni klarmachen.“ Seine Lieblingsvariante wäre es, den Sommer noch im alten Sternbräu zu wirten und im Herbst ein Abschiedsfest zu feiern. Den Namen („Die Markenrechte liegen bei mir.“) und viele Gäste werde er mitnehmen.

Vorkaufsrecht für Sternbräu-Komplex wurde gezogen. Jetzt bleibt aber Getränkelager-Grundstück (rechts) im Besitz des jetztigen Wirt. VN
Vorkaufsrecht für Sternbräu-Komplex wurde gezogen. Jetzt bleibt aber Getränkelager-Grundstück (rechts) im Besitz des jetztigen Wirt. VN