„Gesund 100 zu werden ist Trumpf“

10.06.2019 • 16:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein historisches Bild der Großfamilie Bawart mit deren Kindern. Eugen (Zweiter von links) war das jüngste Kind.
Ein historisches Bild der Großfamilie Bawart mit deren Kindern. Eugen (Zweiter von links) war das jüngste Kind.

Der Unternehmer Eugen Bawart feierte am Pfingstmontag seinen 100. Geburtstag.

SULZ Jassen ist ein großes Hobby von Jubilar Eugen Bawart, der am Pfingstmontag seinen hundertsten Geburtstag feierte. „Drei Blatt samt Stöck“ zaubern dem Jubilar regelmäßig ein breites Lachen aufs Gesicht. Allen Grund zur Freude hatten auch Eugens Eltern, Johann Christoph und Maria Bawart, als er am 10. Juni 1919 als deren zehntes Kind in Sulz geboren wurde. Eugen wuchs in einer Familie auf, die erfüllt war von der Arbeit rund um die Großfamilie und den elterlichen Betrieb, dem Sägewerk. Der Jubilar erinnert sich auch heute noch gerne an seine Kindheit: wie zum Beispiel an das Skifahren mit den Geschwistern am Sulnerberg und in Furx oder den Ausflug samt Pferdegespann mit seinem Bruder Albert, der für Eugen allerdings im Krankenhaus endete.

Ein begnadeter Schüler war Eugen Bawart nicht. Viel lieber zeigte er sein Talent bei seinem außerschulischen Engagement. So verkaufte er beispielsweise Brennholz und bezahlte damit das Schulgeld. Wenn dann noch etwas übrig blieb, lieferte er das Geld zu Hause ab, wo die Kassa oft knapp war. Im Jahre 1939, drei Tage vor Kriegsbeginn, musste Eugen Bawart zum Militär. Dort war er als Funker und Beobachter in Deutschland, an der schweizerisch-französischen Grenze bei Pontarlier, in Murmansk im Norden von Russland sowie in Bulgarien im Einsatz. Auch während des Krieges hatte der Jubilar oft „gute Karten“ beziehungsweise einen Schutzengel mit im Gepäck. Sechs Jahre später, am 12. Mai 1945, kehrte er gezeichnet vom Krieg nach Hause zurück. Dort widmete er sich ganz dem elterlichen Betrieb, in dem er bereits während seiner Kindheit und Schulzeit tatkräftig mitgeholfen hatte. Seine Leidenschaft galt dabei den Tätigkeiten in der Produktion. Bald aber merkte er, dass er im Büro dringender gebraucht wurde. Schon mit 19 Jahren stieg Eugen mit zwei Brüdern als Gesellschafter in den Betrieb ein und ab etwa 1949 übernahm er die Geschäftsführung.

Privat fand Eugen Bawart sein Glück in der Nachbarschaft. So heiratete er am 23. August 1958 seine Nachbarin Anna. Sie schenkte ihm drei Kinder. Christoph, Manfred und Maria waren immer der ganze Stolz des Ehepaars. Im Laufe der Jahre wurde die Familie durch sieben Enkel und drei Urenkelkinder bereichert. Die Führung des eigenen Betriebes und die kleinen und großen Sorgen, die eine Familie mit sich bringt, haben Anna und Eugen stets bewältigt. Eugen sagte immer: „Ohne Anna wär’s in da Firma ned ganga.“ Der größte unternehmerische Meilenstein von Eugen Bawart war der Neubau der Fabrikshallen im Jahre 1961 und die Umwandlung des Sägewerks in eine Parkettproduktion, obwohl im eigenen Dorf in Sulz bereits eine etablierte Parkettfirma ansässig war. Das erforderte viel Fleiß und Geduld. Aber er schaffte es, das Unternehmen zu einem heute führenden Parkettanbieter in Vorarlberg zu entwickeln. 1984 übergab Eugen Bawart den Betrieb an seinen Sohn Christoph und damit an die fünfte Generation.

Trotz des schmerzhaften Verlusts seiner Anna vor dreizehn Jahren hat Eugen Bawart die Lust am Leben nie verloren. Freude bereiten ihm dabei die täglichen Spaziergänge mit seinen Pflegerinnen Galina und Martha, die bereits jahrelang hervorragend zu ihm schauen, sowie die täglichen Jass-Runden mit seiner Schwägerin Maria und die tägliche Rechnungskontrolle für den Familienbetrieb.

So blickt der Jubilar heute stolz auf sein langes Leben zurück, in dem er nicht nur beim Jassen gute Karten hatte. EE

Ein historisches Bild der Großfamilie Bawart mit deren Kindern. Eugen (zweite von links) war das jüngste der Kinder.
Ein historisches Bild der Großfamilie Bawart mit deren Kindern. Eugen (zweite von links) war das jüngste der Kinder.
Eugen Bawart – vom Sägewerk zur Parkettfabrik. privat
Eugen Bawart – vom Sägewerk zur Parkettfabrik. privat

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