Mäzen Herbert Batliner verstorben

Vorarlberg / 10.06.2019 • 18:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Herbert und Rita Batliner bei der Eröffnung bei der Salzburger Festspiele 2016.apa
Herbert und Rita Batliner bei der Eröffnung bei der Salzburger Festspiele 2016.apa

Der Kunstsammler starb im Alter von 90 Jahren – Dr.-Toni-Russ-Preisträger 1982

VADUZ Am 8. Juni 2019 verstarb im Alter von 90 Jahren der liechtensteinische Rechtsanwalt, Treuhänder, Kunstsammler und Mäzen, Fürstlicher Kommerzienrat, Prof. DDr. Herbert Batliner, nach langer und schwerer Krankheit. Er war Träger des Großkreuzes mit Brillanten des Fürstenhauses von Liechtenstein und Inhaber weiterer höchster ausländischer Orden, Ehrenzeichen und Auszeichnungen.

Doktorate in Innsbruck

Herbert Batliner wurde am 26. Dezember 1928 in Vaduz geboren. Batliner besuchte die Volksschule in Vaduz, maturierte in Schwyz und studierte an den Universitäten Bern, Innsbruck und Lyon. Seine beiden Doktorate erwarb er an der Universität in Innsbruck. 1955 erhielt er seine Zulassung als Rechtsanwalt in Liechtenstein.

Batliner war in der Folge Präsident der Verwaltungsbeschwerdeinstanz und Präsident des Staatsgerichtshofes.

Er engagierte sich in seiner Heimat aber auch politisch und war Parteipräsident der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP). Er bekam durch den österreichischen Bundespräsidenten den Berufstitel Professor und wurde auch Ehrensenator der Universitäten Innsbruck und Salzburg. Batliner bekleidete in seiner Heimat auch von 1966 bis 1980 das Amt des österreichischen Generalkonsuls. Seine persönliche Leidenschaft galt aber stets der Kunst. So hatte er der Sixtinischen Kapelle im Vatikan eine Orgel gestiftet und die Restaurierung des Faistauer-Foyers im Salzburger Festspielhaus finanziell unterstützt. In der Mozarststadt war Batliner 2017 auch mit der Festspielnadel geehrt worden. Große Verdienste erwarb sich Herbert Batliner auch um die Bregenzer Festspiele.

Sein Engagement für die Albertina begann im Jahre 2000, als er die Propter-Homines-Halle stiftete. 2007 erfolgte dann die Übergabe der Sammlung Batliner an das Haus.

Im Jahre 1997 stiftete er den Corvinius-Preis, der von dem von ihm gestifteten Budapester Europainstitut vergeben wird. Ein weiteres Europainstitut besteht in Salzburg als Herbert Batliner-Europainstitut. Es dient der wissenschaftlichen Forschung von europäischer Politik, Geschichte und Kultur.

Im September 1982 wurde DDr. Herbert Batliner von den Herausgebern und Redakteuren der VN in einer beeindruckenden Feier auf der Schattenburg in Feldkirch mit dem Dr.-Toni-Russ-Preis und -Ring ausgezeichnet. Eine Vielzahl von karitativen, sozialen, kulturellen und sportlichen Einrichtungen haben in Österreich das echte Mäzenatentum von Herbert Batliner erfahren, wurde dabei u. a. von Landtagspräsident Dr. Martin Purtscher betont.

Dabei stand gleichermaßen das in unserer Zeit der Umverteilung und leistungsfeindlichen Abschöpfung selten gewordene Mäzenatentum mit auf dem Podest öffentlicher Anerkennung. In seiner Dankesrede sagte damals Dr. Herbert Batliner: „Mir ist die Hinfälligkeit und die Vergänglichkeit des irdischen Lebens vollkommen bewusst, und ich möchte im Augenblick des Scheidens, des endgültigen Abschiednehmens sagen können: Auch ich war für die Gesellschaft nicht umsonst.“