Der Wald im Wandel

11.06.2019 • 19:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die klimatischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf den Wald stehen im Zentrum der diesjährigen Woche des Waldes.
Die klimatischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf den Wald stehen im Zentrum der diesjährigen Woche des Waldes.

Klimawandel lässt Buche stärker aufkommen.

Nüziders Die Fachexkursion der Klimaanpassungsmodellregion „Would2050“ stand gestern am Beginn der diesjährigen Woche des Waldes. Diese steht heuer ganz im Zeichen des Klimawandels. „Dass wir uns bereits im Klimawandel befinden, merken wir im Wald an den Arealsverschiebungen verschiedener Baumarten und ganzer Waldgesellschaften bereits heute“, sagt Thomas Ölz von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg.

Für die Natur stelle die Klimaänderung kein großes Problem dar. „Bei uns Menschen und unseren Kulturlandschaften sieht es anders aus“, so Ölz. Besondern problematisch ist hierzulande die Destabilisierung der Schutzwaldwirkung. Aktuell gibt es mit der Gefahr der Borkenkäfermassenvermehrung einen Vorgeschmack auf künftige Herausforderungen in der Waldwirtschaft.

Dem Experten zufolge soll dem klimabedingten Stress mit einer möglichst großen Breite an Baumarten und Strukturen entgegengewirkt werden. Mit dem vorhandenen und dem möglichen Baumartenspektrum können wir auf der Basis der traditionellen naturnahen Waldbewirtschaftung in Vorarlberg weitermachen“, ist Ölz überzeugt.

Was die Baumartenzusammensetzung betrifft, wird sich diese in Richtung Laubholz ändern. Insbesondere die Buche wird weiter zunehmen. „Von derzeit zehn Prozent auf das Doppelte“, so Ölz. „Das ist gut so, denn wir brauchen stabile Mischbestände, um den Herausforderungen wie Extremereignissen oder Borkenkäferkalamitäten zu trotzen.“ Im Rahmen der Fachexkursion, die die Teilnehmer zur Firma Wagnertec nach Nüziders führte, wurden anhand neuer Anwendungsbeispiele etwa im Industriebau erläutert, welches Potenzial in der Buche steckt. „Eine Belebung des Buchenabsatzmarktes ist für die Vorarlberger Forstwirtschaft schon heute aber vor allem in Zukunft sehr wichtig“, so Ölz abschließend. VN-JS