Die Kultur war ihr Lebenselixier

Vorarlberg / 11.06.2019 • 18:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Kunst und Kultur haben die Aufgabe, uns zu erfreuen.“
„Kunst und Kultur haben die Aufgabe, uns zu erfreuen.“

Ingeborg Dobler, Trägerin des Verdienstzeichens der Gemeinde Vandans, verstorben.

Ernest Enzelsberger

VANDANS Am 25. Mai 2019 ist Ingeborg Dobler (77), Trägerin des Verdienstzeichens der Gemeinde Vandans, nach schwerer Krankheit verstorben. Sie war über mehr als 25 Jahre in der Gemeinde politisch tätig. Davon zehn Jahre als Gemeindevertreterin, vier Jahre als Frauenreferentin und 25 Jahre als Vorsitzende des Kulturausschusses.

„Mit ihrem Tod verliert die Gemeinde Vandans nicht nur eine umsichtige, verlässliche und äußerst sachlich agierende Kommunalpolitikerin, sondern kulturpolitisches Urgestein. Kunst und Kultur waren für Inge Dobler zeitlebens Lebenselixier. Trotz der Tatsache, dass die Gemeinde das außergewöhnliche Engagement der Verstorbenen im Jahre 2007 mit der Verleihung des Verdienstzeichens bereits einmal würdigte, schulden wir Inge Dobler auch heute noch großen Dank“, führte Bürgermeister Burkhard Wachter in seiner Trauerrede aus. Dank ihrer Begeisterung und ihres Engagements konnte sich die Gemeinde Vandans über viele Jahre hinweg als die kulturelle Drehscheibe im Montafon präsentieren.

Ingeborg Monika Weisser wurde am 26. April 1942 in Varazdin in Nordkroatien geboren, wo ihr Vater als Textilingenieur eine Fabrik leitete. Aufgrund der politischen Wirren floh die Familie vor den Partisanen und kehrte in die Heimat des Vaters, ins Sudetenland, zurück, von wo sie aber unter widrigsten Umständen vertrieben wurden. Nach Aufenthalten zuerst in einem Sammellager, dann in Bayern und in Pürgg im Ennstal erfolgte 1951 der Umzug nach Frastanz, wo der Vater eine Anstellung bei den Textilwerken Ganahl fand. In Frastanz setzte Ingeborg ihren Volksschulbesuch fort und ging später in die Hauptschule nach Feldkirch. Zwischen 1956 und 1961 absolvierte sie an der Lehrerbildungsanstalt in Feldkirch die Ausbildung zur Volksschullehrerin. Dort lernte sie den aus Blons stammenden Elmar Dobler kennen. Ihre erste Anstellung mit gleichzeitigem Wohnsitz fand Ingeborg am Ludescherberg. Nach einer weiteren Anstellung in Raggal zog sie mit Elmar berufsbedingt nach Vandans, wo beide im Schulhaus wohnten und unterrichteten. Sie heirateten 1963. Neben ihren Kindern arbeitete Ingeborg Dobler 20 Jahre als Lehrerin in Vandans und wechselte nach einer kurzen Pause für weitere 20 Jahre in die Volksschule nach Tschagguns.

Reisen in die ganze Welt waren ihre größte Leidenschaft, die meisten Urlaube aber verbrachte sie an der französischen Cote d’Azur. Daneben besuchte sie Opern, Museen, Theater und Kabaretts. Ingeborg Dobler hatte großes Interesse am Basteln, Gestalten und Musizieren, spielte Akkordeon und Klavier und teilte mit ihrem Mann die Liebe zu Oldtimern. Ein weiteres Hobby war das Erlernen fremder Sprachen.

Sie fand aber auch Interesse am politischen Geschehen von Vandans und organisierte als Kulturausschussvorsitzende jahrelang verschiedenste Veranstaltungen wie Vernissagen, Kabaretts, Theaterabende und Konzerte.

Nach 40-jähriger Diensttätigkeit verabschiedete sie sich in die Pension und wollte nur noch ihren Hobbys und Interessen frönen. Krankheitsbedingt zog sie sich später aus der Öffentlichkeit zurück. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie im Haus im Rollstuhl und akzeptierte ihren Zustand nur sehr schwer. Sie starb an den Folgen einer Lungenentzündung.