Klimabewusste Radexkursion

Vorarlberg / 11.06.2019 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit dem Drahtesel wurden verschiedene Stationen der Stadt besucht und über „klima­bewusste Stadtentwicklung“ gesprochen. heilmann
Mit dem Drahtesel wurden verschiedene Stationen der Stadt besucht und über „klima­bewusste Stadtentwicklung“ gesprochen. heilmann

Mit dem Drahtesel klimabewusste Stadtentwicklung entdecken.

Feldkirch Was kann die Stadt Feldkirch tun, um aktiv zum Klimaschutz beizutragen? Eine Radwanderung zum Thema „Klimabewusste Stadtentwicklung“ gab Einblicke, wie die Stadt der Klimaerwärmung aktiv und nachhaltig entgegentritt.

Am Montforthaus wurde das nachhaltige Konzept des Kultur- und Kongresszentrums vorgestellt. Bei 150.000 bis 200.000 Besuchern pro Jahr werden strengste Kriterien der Nachhaltigkeit eingehalten. Das Gebäude wird über eine Wasserleitung aus dem Reichenfeld gekühlt und geheizt. Die e5-Stadt Feldkirch setzt mit den Kraftwerken Mühletor, Hochwuhr und Illspitz auf umweltschonende Wasserkraft. Auf zahlreichen öffentlichen Gebäuden, wie dem Jugendhaus, dem Haus Gisingen, dem Feuerwehrhaus und dem Stadthaus Tosters, sind Photovoltaikanlagen installiert. „Ziel ist, möglichst viele fossile Energieträger einzusparen“, betonte Stadtbaumeister Gabor Mödlagl. Bei allen Neubauten findet eine Gebäudesimulation mit Fachplanern aus der Klimatechnik statt.

Verkehr und Wasser

Eine der größten Herausforderungen beim Klimaschutz in Feldkirch ist der Verkehr. Um EU-Vertragsverletzungsverfahren aufgrund überschrittener Grenzwerte zu vermeiden, ist speziell eine Entlastung des Verkehrs an der Bärenkreuzung erforderlich. Daher wird weiter das Ziel der Tunnelspinne verfolgt. Eine zweite Herausforderung ist das Hochwasser, das sich durch den Klimawandel noch weiter verschärfen könnte. Hier werden schon bald weitere Hochwasserschutzmaßnahmen ergriffen. Diese betreffen vor allem die Kapfschlucht: Diese soll aufgeweitet werden. Dadurch muss die vom Bus- und Radverkehr genutzte Straße als Galerie in den Ardetzenberg verlegt werden.

Unter dem Motto der „doppelten Innenentwicklung“ will sich Feldkirch nicht nur baulich verdichten, sondern zugleich städtisches Grün und entsprechende öffentliche Freiräume bereitstellen. Um innerstädtisches Grün und Naturvielfalt zu erhalten, sei in bestimmten Gebieten wie etwa dem Gisinger Hämmerle-Areal auch der Bau neuer Hochhäuser geplant, die auch mehr als sieben Geschosse umfassen könnten. So werde weitere Versiegelung vermieden. Derzeit erreichen laut Mödlagl 90 Prozent der Bewohner den nächsten Wald in weniger als einem Kilometer. Diese Lebensqualität soll  gewährleistet bleiben.

Den Abschluss bildete ein Einblick in die neue „Bahnhofcity“. Stadtbaumeister Gabor Mödlagl und Stadtplanerin Stephanie Essig stellten Beispiele der Stadtentwicklung vor, die einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz in Feldkirch leisten. Auch Umweltstadträtin Marlene Thalhammer beteiligte sich an der informativen Stadtrundfahrt. HE