Dammbruch an der Mittelwuhre im Rhein

Vorarlberg / 12.06.2019 • 22:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marcel Schoder, Leiter der Skimittelschule Schruns, nimmt den frisch geräumten Güterweg zur Neuen Heilbronner Hütte in Angriff. 
Marcel Schoder, Leiter der Skimittelschule Schruns, nimmt den frisch geräumten Güterweg zur Neuen Heilbronner Hütte in Angriff. 

Zwischen Höchster Brücke und Alpla brach Wall. Keine Gefahr.

Lustenau, Fußach Hochwasseralarm am Rhein. Dort drang am Mittwoch der Rhein ein zweites Mal bis ins Rheinvorland. Und er tat das nicht ohne Folgen. Gegen 22 Uhr meldete Rheinbauleiter Matthias Speckle einen Dammbruch auf ungefährer Höhe der Firma Alpla. „Wir mussten ein Loch auf einer Länge von 50 Metern am Mitteldamm feststellen. Die Gefahr einer Überschwemmung von Siedlungsgebiet bestand aber zu keiner Zeit“, beruhigt Speckle. Der Rhein machte sich am Mittwoch mit Spitzen von knapp 2000 Kubikmetern pro Sekunde erneut auch im Vorland breit. „Das ist vergleichbar mit der Situation im Juni 2016“, erläutert Daniel Haspel von der Technischen Einsatzleitung Österreich. Am gesamten Alpenrhein wurde die Gefahrenstufe 3 ausgerufen. Auch im Fußacher Durchstich weiter nördlich herrschte Dammbruchalarm. „Da wissen wir jedoch noch nichts Genaues“, beurteilte Speckle am Abend die Situation. Klar scheint: Die Schäden durch Dammbrüche und die Verschlammung des Vorlandes könnten sich nach ersten Schätzungen auf ca. 200.000 Euro belaufen.

Haspel geht davon aus, dass es bis heute Mittag dauern wird, bis die „Vorländer wieder einigermaßen trocken“ sind. Laut den Prognosen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) lösen sich die Wolkenfelder im Laufe des Vormittags auf oder wandeln sich in lockere Quellbewölkung um. Anschließend soll es sonnig, trocken und mit bis zu 27 Grad durch den Tag gehen. Noch sommerlicher sind die Aussichten am Freitag, wenn bis zu 30 Grad möglich sind. Die Freude währt allerdings nur kurz. Bereits am Samstagnachmittag kündigen sich die nächsten Regenschauer an.

Kampf gegen Schneemassen

Andere Probleme gibt es in der Höhe. Dort kämpfte Fredi Immler (71) durch einen noch nie erlebten Schneewall, bis er endlich zu seiner seit 1977 bewirteten Heilbronner Hütte durchgedrungen war. „So war es in 42 Jahren noch nie“, beschrieb der Gaschurner die Tortur. Acht Tage lang hatten sich er und seine Mitstreiter mit Sonden und einer zehn Tonnen schweren und 480 PS starken Fräse durch meterhohe Schneewechten gekämpft. Mittlerweile ist der „Durchstich“ geschafft und der Weg zur Hütte auf 2320 Metern Höhe frei.

Mit den Bedingungen zu kämpfen hatten auch die Arbeiter auf der Silvretta Hochalpenstraße. „Wir wollten eigentlich nach Pfingsten aufmachen, aber das ging sich nie und nimmer aus. Es war einfach zu viel Schnee oben“, berichtet Betriebsleiter Ingo Klehenz. Noch immer liegen entlang der Mautstraße bis zu zwei Meter der weißen Pracht, in den Lawinenkegeln sind es sogar drei bis vier Meter. „Heuer war es gerade lawinentechnisch eine Herausforderung. Ein weiteres Problem war, dass wir zwischendurch Neuschnee bekommen haben. Dadurch hatten wir teils die zwei- bis dreifache Arbeit“, sagt Klehenz.

Die Öffnung der beliebten Mautstraße ist nun für den 20. Juni geplant.  VN-Ger, HK

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Die Rheinvorländer waren am Mittwoch flussabwärts der Brücke Wiesenrain überflutet. VN/Steurer, Lerch
Die Rheinvorländer waren am Mittwoch flussabwärts der Brücke Wiesenrain überflutet. VN/Steurer, Lerch