Schöbi-Fink will Analyse zu Deutsch-Matura

12.06.2019 • 18:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

„Problem in Deutsch wurde lange von Mathe überlagert“, sagt Schullandesrätin.

Bregenz „Das Problem Deutsch an den berufsbildenden höheren Schulen war uns schon länger bewusst. Aber es wird schwerer zu beheben sein als jenes, das wir mit Mathematik hatten“, kommentiert Barbara Schöbi-Fink (58) den großen Leistungsunterschied zwischen den Deutsch-Maturanten an den Vorarlberger BHS zu jenen in den anderen Bundesländern.

Dass die Problemschulen vor allem die HAKs und die HTLs sind, will Schöbi „so lange nicht bestätigen, bis ich die Fakten auf dem Tisch liegen habe. Alles andere wäre unseriös, und meine persönliche Prognose will ich bis dahin auch hintanhalten“, führt die Schullandesrätin aus.

Die Schwächen in Deutsch seien, so ist sie sich sicher, schwerer auszumerzen als jene in Mathematik. „Weil Deutsch erfordert Grundkenntnisse, die man sich nicht einfach so aneignen kann. Die sprachlichen Defizite sind das Resultat einer jahrelangen Vernachlässigung in diesem Bereich. Wer sich in jungen Jahren sprachlich nicht gut entwickelt, kann das später nicht schnell aufholen“, betont die Chefin des Bildungsressorts in der Vorarlberger Landesregierung.

Besseres Gesamtbild

Die schlechten Resultate in Deutsch bei den BHS-Maturanten müssten nun exakt analysiert werden. Wobei die Analyse hier nicht nur das Maturajahr umfassen müsse, sondern auch die Jahre davor. „Weil sich die Mängel eben viel früher ausgebildet haben dürften“, ist Schöbi-Fink überzeugt.

Das Gesamtbild der Ergebnisse der schriftlichen Matura stellt sich für die Schullandesrätin nicht so negativ dar. „Wir haben in Mathematik wirklich einen großen Sprung nach vorne gemacht. Es ist schön zu sehen, wie die Anstrengungen gefruchtet haben. Auch in Englisch sind wir über die Jahre gesehen kontinuierlich besser geworden.“ Man habe die Zahl der Nicht genügend in beiden Fächern deutlich senken können, auch wenn es im Gegenzug weniger Sehr gut gegeben habe.

Grund zur Zufriedenheit gebe es jedoch keinen. Die Botschaft sei auch für die Zukunft klar. „Wir müssen besser werden und uns weiterhin anstrengen.“ VN-HK