Mehr Reha im Land

13.06.2019 • 18:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Zusage für 62 stationäre Plätze und zwei ambulante Reha-Zentren.

Bregenz „Der Einsatz für eine österreichweit ausgewogene Verteilung der stationären Reha-Plätze hat sich gelohnt“, frohlockte Landeshauptmann Markus Wallner. Anlass war die Zusage der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), dem Land 62 Plätze für die psychi­atrische Rehabilitation sowie ein ambulantes Reha-Zentrum zu bewilligen. Die Betten sollen in der Reha-Klinik Montafon angesiedelt werden, ambulante Einrichtungen sind in Feldkirch und Bregenz geplant. Laut PVA-Obmann Manfred Anderle, der zur Präsentation der Neuigkeit extra ins Land gereist war, läuft die Ausschreibung für den Standort Bregenz bereits. Sie soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Mit einer Inbetriebnahme sowohl der Station wie des Zentrums ist 2020 zu rechnen. Die Baukosten sind jeweils Sache des Betreibers, die PVA zahlt Tagessätze für die Patienten. „In beiden Projekten stecken keine Landesmittel“, merkte Wallner noch an.

Mehr psychische Erkrankungen

In der Zone West, zu der die Bundesländer Vorarlberg und Tirol gehören, liegt der zusätzliche Bedarf bei 88 stationären Reha-Betten. Dass gleich 62 davon nach Vorarlberg gehen, freut die politisch Verantwortlichen besonders. „Damit kann die Patientenversorgung im Reha-Bereich deutlich verbessert werden“, zeigte sich der Landeshauptmann überzeugt und verwies auf die steigende Zahl bei psychischen Leiden. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard betonte, dass gerade psychisch kranke Menschen nach einer Akutbehandlung eine Phase der Ruhe und Erholung brauchen, um wieder zu Stabilität zu gelangen. Laut Bernhard sind es vor allem Belastungsreaktionen, die Menschen krankmachen. Die PVA, die 80 Prozent der Reha-Aufenthalte zahlt, führt jährlich mehr als 130.000 Rehabilitationen in eigenen und Häusern von Vertragspartnern durch. Mit den Gesundheitsförderungsmaßnahmen belaufen sich die Aufwendungen für Kuren und Reha auf 1,1 Milliarden Euro. 2018 entfielen knapp zehn Prozent der Rehas auf psychiatrische Ursachen. Damit liegt diese Indikation bereits auf dem vierten Platz. Nach wie vor am häufigsten sind orthopädische, kardiologische und neurologische Rehabilitationen.

Österreichweit wurde in den vergangenen Jahren ein erhöhter Bedarf an stationären Kapazitäten für eine psychiatrische Reha festgestellt. Auch die Zahl der Reha-Geldbezieher, die diesen Bezug aufgrund einer psychiatrischen Krankheit erhalten, ist steigend. „Daher war ein Ausbau in der psychiatrischen Reha nötig“, sagte Anderle.

Warten auf Kinder-Reha

Weniger rasch geht es bei der stationären Kinder- und Jugendreha voran. In Tirol, genauer in Wiesing, soll eine Sonderkrankenanstalt mit 37 Betten entstehen, in der auch Platz für Kinder und Jugendliche aus Vorarlberg ist. Den Zuschlag bekam die SeneCura. Geplant sind 22 Betten für mobilisierende Reha und 15 Betten für psychosoziale Reha. Derzeit laufen aber erst die Vorbereitungsarbeiten für die Errichtungsbewilligung; über den Fertigstellungszeitpunkt kann keine konkrete Angabe gemacht werden. Was ambulante Reha-Angebote betrifft, sind Vergabeverfahren seitens der PVA im Gange, als mögliche geeignete Standorte kommen Innsbruck bzw. Wörgl in Frage. Wann eine Entscheidung erfolge, lasse sich jetzt aber noch nicht sagen. VN-MM

„Nach einer Akutbehandlung brauchen psychisch kranke Menschen Ruhe und Erholung.“