Wo einst die Goaßbockuhr schlug

13.06.2019 • 15:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kaiserliche Barbiere, Komponisten und chilenische Staatsoberhäupter: Der Goaszipfl hat viele Geschichten zu erzählen. Heilmann (2)
Kaiserliche Barbiere, Komponisten und chilenische Staatsoberhäupter: Der Goaszipfl hat viele Geschichten zu erzählen. Heilmann (2)

„Freitag um 5“ begab sich auf Spurensuche in den Goaszipfl.

FEldkirch Passend zur morgigen Eröffnung der Neustadt als Fußgängerzone begab sich die Führung „Freitag um 5“ gleich nebenan in den sogenannten „Goaszipfl“, der schon jetzt Fußgängerzone ist und zahlreiche interessante Geheimnisse verbirgt. Die Geschichten der Häuser im „Goaszipfl“ bergen bemerkenswerte Geheimnisse. Hier lebte der Hofbarbier von gleich drei Kaisern und auch der Komponist der Vorarlberger Landeshymne. Hier stand die beste Lateinschule im Bistum Chur und hier hatte eine chilenische Politdynastie ihre Wurzeln, die gleich zwei Präsidenten des Landes stellte.

Vier Jahre verkehrsfrei

Angelika Tschug begann ihre Führung mit wissenswerten Details über das ehemalige Bludenzer Tor, auf dem einst die Goaßbockuhr schlug. Erst vor vier Jahren wurde der Goaszipfl im Zuge einer veränderten Einbahnregelung in der Marokkanergasse autofrei. Der zuvor oftmals dichte Verkehr im Goaszipfl nahm jedoch erst zu dem Zeitpunkt zu, als 1537 die Brücke über die Ill eröffnet wurde. Zuvor wurde der Verkehr in den Walgau über Göfis und Letze gelenkt, letzterer Ortsteil klagt speziell heute über starken Verkehr.

Wein von der Schattenburg

Mit Blick auf den Weinberg und die dortigen Reste der historischen Stadtmauer wurde die Führung fortgesetzt. Hier befand sich auch die berühmte ehemalige Lateinschule, deren Ferien praktischerweise mit der Zeit der Weinlese zusammengelegt wurden. Vor eineinhalb Jahren hat in der Neustadt 45 der Schuhmacher Alessandro Santella sein Geschäft eröffnet, in dem er handgenähte Schuhe und Reparaturen anbietet. Damit knüpft er an historisch ebenfalls im Goaszipfl beheimatete Schuhmacher an.

Sammler und Antikes

Selbstverständlich wurde auch das Radiomuseum besucht, welches von Karlheinz Mallinger mit viel Liebe betrieben wird und ebenso antike Fernseher zeigt. Gegenüber in der Neustadt 42 befindet sich ein Antiquitätengeschäft, wo früher eine Metzgerei beheimatet war. Im Haus davor befand sich ab 1549 eine Deutschschule. Gleich gegenüber lebte im 19. Jahrhundert die Familie Frei, die zwei  Staatspräsidenten von Chile hervorbrachte. Ein Abstecher ins Entabachgässele rundete die spannende Führung durch den Goaszipfl ab. HE

Angelika Tschug führte in die Geheimnisse der kleinen Straße ein.
Angelika Tschug führte in die Geheimnisse der kleinen Straße ein.