Kostengünstiges Wohnen – Konzepte für die Zukunft

14.06.2019 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vogewosi will mit Wohnen 500 den Kosten beikommen. FA
Die Vogewosi will mit Wohnen 500 den Kosten beikommen. FA

Rezepte gegen steigende Wohnkosten? Fachleute nehmen Stellung.

Schwarzach Es ist nicht nur für den Einzelnen erfreulich, wenn kein zu großer Teil des laufenden Einkommens für Wohnen aufgeht. Es ist auch gut für das Land. Denn nach der Miete oder der Kredittilgung sollte noch Geld für Kindererziehung, Altersvorsorge, Investitionen, Konsum, Bildung, Gesundheit und Freizeit übrig bleiben.

Ansatzpunkte sind die Grundkosten, die Baukosten, die Kosten der Finanzierung, Betriebs- und Energiekosten sowie die Funktionsweisen des Wohnungsmarktes. Langfristig spielen noch die Dauerhaftigkeit der Gebäude und die Siedlungsentwicklung eine große Rolle.

Für dauerhaft günstiges Wohnen müssen alle diese Bereiche angesprochen werden. Das eine Rezept, das alle Krankheiten heilt, gibt es nicht. Große Potenziale haben die Aktivierung und Steuerung von Marktkräften, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Mehr Markt wäre bei den Bauleistungen wünschenswert. Die Baukosten in Vorarlberg sind um etwa 40% höher als in Ostösterreich. Und das liegt nicht an der Qualität allein. Die Abschottung des eigenen Marktes ist ein legitimes Interesse der Wirtschaft, aber von Nachteil für die Allgemeinheit. Mehr Markt würde auch bei der Vermietung Wunder wirken, wenn es für Eigentümer attraktiver wird, leer stehende Wohnungen zu verwerten.

Effektiver geregelte Märkte würden helfen, die Höhenflüge der Baulandpreise in den Griff zu bekommen, indem gewidmetes aber unbebautes Bauland verteuert wird. Baulandhortung bringt Gewinne für wenige, aber Nachteile für viele. Die neue Regelung der „Verdichtungszonen“ ist ein guter Ansatz. Hilfreich wäre, darüber hinaus bei der Grundsteuer anzusetzen. Mit weiterhin niedrigen Tarifen für Eigenheime, aber sehr viel höheren für gehortetes Bauland könnte vermieden werden, dass Bauland zum Sparbuch wird.

Die Wohnbauförderung hat große Potenziale der Marktsteuerung. In Bundesländern mit großen gemeinnützigen Wohnungsbeständen, die dadurch auch für den Mittelstand attraktiv sind, wird Druck auf den privaten Markt ausgeübt. Es wird quasi für jede geförderte Wohnung eine zweite private Wohnung verbilligt. Ein ähnlicher Effekt könnte bei entsprechenden Quantitäten auch bei (geförderten) Eigentumswohnungen erzielt werden.

Das Ziel, Wohnen günstiger zu machen, ist nur erreichbar, wenn an vielen Stellschrauben gedreht wird. Das ist komplex. Vielfach kommt es auch zu unerwünschten Nebenwirkungen, die eine Nachjustierung nötig machen. Es braucht eine politische Kultur, die Mut zu neuen Ansätzen begünstigt, Scheitern erlaubt und gleichzeitig eine rasche Nachbesserung sicherstellt.

Und übrigens: Einen Königsweg für günstiges Wohnen gibt es doch, nämlich steigende Einkommen (sofern diese nicht auf höhere Baukosten durchschlagen).

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Lesen Sie nächsten Samstag, wo Architekt Dietmar Eberle, Prof. für Architektur an der ETH Zürich und bis 2015 Leiter des ETH-Wohnforums, Maßnahmen setzen würde.