Umstrittene Transporte von Kälbern gehen offenbar weiter

Vorarlberg / 14.06.2019 • 20:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Feldkirch Kälbertransporte sind nach wie vor Praxis. Und zwar trotz eines Verbots, Tiere vom Land aus ins Sammelzentrum nach Bozen zu bringen. Das geht aus der Beantwortung einer Anfrage hervor, die die der Abgeordnete Daniel Matt (Neos) an Agrarlandesrat Christian Gantner (VP) gerichtet hatte. Diese Transporte sind laut Gantner jedoch legal. Demnach sind seit April 2019 unterm Strich 426 Kälber aus Vorarlberg zu fünfzehn Betrieben in Italien transportiert worden. In den überwiegenden Fällen habe es sich dabei um Mastbetriebe gehandelt, nur in einem Fall wurden Tiere zu einer Sammelstelle gebracht. In diesem Fall läge eine amtstierärztliche Bestätigung vor, dass die Kälber dort für mindestens 48 Stunden bleiben.

Transporte auch ins Land

Darüber hinaus habe ein Vorarlberger Viehhändler weitere zwölf Kälber in einen süddeutschen Betrieb gebracht und der zeitlich längste Transport sei bei acht Stunden gelegen, schreibt der Landesrat. „Alles auf Basis der geltenden Bestimmungen.“ In umgekehrter Richtung, also aus anderen Bundesländern und dem Ausland sind offenbar ebenso Tiere verfrachtet und nach Vorarlberg gebracht worden, mehr als 160 Stück seit einem Jahr aus dem EU-Ausland und rund 1000 Kälber aus Ostösterreich. Welchen Zweck die Transporte hatten, ist laut Gantner nicht bekannt.

Im April dieses Jahres hatte die Vorarlberger Veterinärbehörde beschlossen, Kurzstreckentransporte nur mehr dann abzufertigen, wenn der wahre Bestimmungsort angegeben ist. Damit soll es Lieferungen zum vermeintlichen Bestimmungsort Bozen, von wo aus die Tiere in Wirklichkeit aber unmittelbar weitertransportiert werden, nicht mehr geben. Diese Transporte sollen nur mehr möglich sein, wenn der wahre Bestimmungsort angegeben ist. Bozen wird als Bestimmungsort nicht mehr akzeptiert, weil der Südtiroler Ort nur als Sammelstelle zum Weitertransport dient.