Feldkirch: Großes Interesse an Kapfschluchtplänen

Vorarlberg / 19.06.2019 • 06:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Projektleiter Wolfgang Erath (GF Wasserverband Ill-Walgau) erläuterte das Projekt.  HEILMANN

Pläne für Hochwasserschutz präsentiert. Bürger bringen sich in die Diskussion ein.

Feldkirch Die Kapfschlucht in Feldkirch ist bei Hochwasser eine kritische Schlüsselstelle, da sich hier das Bett der Ill deutlich verschmälert. Das führt zu einem Rückstau der Ill und zur Gefährdung der Altstadt. Deshalb soll die Kapfschlucht ausgeweitet werden. Der aktuelle Planungsstand wurde nun auf einem Informationsabend vorgestellt, auf dem sich die Bürger auch mit kritischen Fragen einbrachten.

Das Projekt sieht vor, das Bett der Ill um bis zu acht Meter zu verbreitern, bei der Heiligkreuzbrücke immerhin um knapp fünf Meter. Dazu wird die Straße für den Bus durch die Kapfschlucht als Galerie unter die Ardetzenbergstraße verlegt und ein etwas schmälerer Rad- und Fußweg getrennt davon außerhalb der Galerie frei schwebend über der Ill errichtet. Die Baukosten sollen sich auf etwa 22 Millionen Euro belaufen. Rainer Keckeis begründete die Notwendigkeit der Baumaßnahmen mit dem Schutz der Altstadt vor einem Jahrhunderthochwasser. Bürgermeister Wolfgang Matt sprach von der Naturgewalt der Ill, deren Bändigung und Steuerung eine hohe Priorität habe. Wolfgang  Erath, GF Wasserverband Ill-Walgau, erläuterte die Planungsdetails.

Angesichts des umfangreichen Eingriffs wurden auf dem Informationsabend einige Fragen von Anrainern und Bürgern an die Fachplaner gerichtet. Besorgnis wurde insbesondere laut, wie an  die  15.000  Kubikmeter Fels  abgetragen werden können.  Norbert Penninger äußerte die Befürchtung, dass die Häuser der Veitskapfgasse den Erschütterungen nicht standhalten. Erath entgegnete, vor den Sprengungen erfolge eine Bestandsaufnahme der Bausubstanz. Es werde eine sichere, dämpfende Sprengung vorgenommen. Der Planer versprach, dass die Bauträger für Schäden haften.

Pläne für Stadtzugang

Der zweite Fragenkreis drehte sich um den Verkehrsfluss während der Bautätigkeiten. Dazu wurden die Umfahrung über die Ardetzenbergstraße und ebenso die Rad- und Fußgängerführung während der Bauphase vorgestellt. Radfahrer und Fußgänger sollen während der Bauzeit in die Innenstadt  gelangen, entweder über eine provisorische Brücke über die Ill oder durch einen Stollen.

Hinsichtlich des Hochwasserschutzes wurden Fragen laut, ob durch die Ausweitung der Kapfschlucht die Hochwassergefahr in den Siedlungsgebieten flussabwärts steige. Es wurde versichert, dass keine hydraulischen Auswirkungen oder Verschlechterungen zu befürchten seien.

Im Anschluss an die Präsentation standen Fachplaner an Informationstafeln für Auskünfte bereit, darunter Stadtbaumeister DI Gabor Mödlagl, Josef Galehr (M& G Ingenieure), Martin Netzer (Land Vorarlberg, Wasserwirtschaft), Thomas Niederkofler (Land Vorarlberg, Straßenbau) sowie Oliver Pape (ILF) und Rainer Graf-Bösch (Wasserverband). HE