Ein Museum unter freiem Himmel in Lingenau

Vorarlberg / 21.06.2019 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Klasse der Volksschule bastelte „Waldgeister“ für das Projekt. STP

Naturparkschule macht aus der Dörnlestraße ein „Natur.Museum“.

Lingenau Mit einem spannenden Projekt bringt sich die Lingenauer Volksschule in den Naturpark Nagelfluhkette ein: Die kürzlich verkehrsberuhigt zurückgebaute Dörnlestraße wird zum Natur.Museum, das die Schulkinder mit den Lehrpersonen am 26. Juni offiziell präsentieren werden. Bei den abschließenden Arbeiten auf der Straße gab Carola Bauer, die als Rangerin des Naturparks viel mit den Schulkindern unterwegs ist und das Projekt mitentworfen hat, einen Einblick in das Konzept, das hier umgesetzt wurde.

Naturparkschulen

Der Naturpark Nagelfluhkette wurde ab 2003 im Rahmen eines Interreg-Projekts entwickelt und ab 2006 von acht Vorarlberger Gemeinden (Sulzberg, Doren, Riefensberg, Krumbach, Langenegg, Lingenau, Hittisau und Sibratsgfäll) und sieben Allgäuer Kommunen auf einer Fläche von rund 405 Quadratkilometern grenzüberschreitend eingerichtet.
„Neben vielen Aktivitäten werden seit einigen Jahren auch Schulen – als sogenannte Naturparkschulen – in das Projekt eingebunden“, erläutert Bauer die Entstehung des Schulprojekts. Immenstadt machte den Anfang, 2016 folgte Hittisau, 2017 kamen Lingenau und Sibratsgfäll hinzu und ab dem kommenden Schuljahr ist auch Doren eine Naturparkschule. „Dieses Projekt wurde mit den Schulkindern konzipiert und unter Federführung von Projektleiter Klaus Riedl umgesetzt. Ehrenamtliche von 60+ arbeiten an der Umsetzung mit und natürlich leisten wir seitens des Vereins Naturpark Nagelfluhkette ebenfalls Unterstützung“, so die Rangerin beim Lokalaugenschein.

Sogar ein kleines Biotop wurde angelegt.
Sogar ein kleines Biotop wurde angelegt.

Die Dörnlestraße wurde rückgebaut, ein Dutzend kleine Verkehrsinseln zwischen Fahrbahn und Gehsteig sorgen für Verkehrsberuhigung – und diese Inseln werden jetzt „lebendig“ gestaltet. Die Bepflanzung wird ergänzt mit Nagelfluh- und Quelltuff-Steinen, dazu gibt es viele Themen, mit denen sich die Schulkinder in den vergangenen Wochen und Monaten auseinandersetzten. Sie bastelten Libellen, Spechte, Waldgeister und hölzerne Juppenfrauen, legten Tierspuren an, die zur Auflösung zu den aus Metall gefertigten dazugehörenden Tieren führen.
„In den Verkehrsinseln der Dörnlestraße soll sich der Lebensraum unserer Region, unseres Naturparks widerspiegeln und sollen die Spaziergänger über unseren Lebensraum, unsere Heimat gut und kompetent informiert werden“, so Bürgermeisterin Annette Sohler. STP