Gefährliche Altschneefelder

Vorarlberg / 21.06.2019 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf diesem Schneefeld im Kleinwalsertal kam es Anfang Juni zu einem tödlichen Alpinunfall mit zwei Opfern. Bergrettung Mittelberg Hirschegg
Auf diesem Schneefeld im Kleinwalsertal kam es Anfang Juni zu einem tödlichen Alpinunfall mit zwei Opfern. Bergrettung Mittelberg Hirschegg

Zwei deutsche Wanderinnen bei Alpinunfällen im Kleinwalsertal verletzt.

Riezlern Nach dem tödlichen Alpinunfall Anfang Juni im Kleinen Walsertal, bei dem zwei Wanderer beim Queren eines Schneefeldes ausrutschten, in ein Bachbett stürzten und starben (die VN berichteten), verunglückte am vergangenen Mittwoch gegen 16.45 Uhr eine 55-jährige Deutsche auf dem Wanderweg zur Ifenhütte. Sie rutschte auf einem Schneefeld aus und brach sich dabei den rechten Knöchel. Sie wurde von der Besatzung des Rettungshubschraubers „Martin 2“ geborgen und zum Arzt geflogen.

Ebenfalls im Kleinen Walsertal, am Donnerstag gegen 12.35 Uhr, glitt eine 59-jährige Wanderin aus Deutschland auf einem Schneefeld aus und verletzte sich schwer. Die Frau war in einer Gruppe von vier Personen von der Bergstation der Kanzelwandbahn in Riezlern auf einem rot-weiß-rot markierten Wanderweg in Richtung Kuhgehrenspitze gewandert. Im Bereich des sogenannten Adlerhorstes rutschte sie aus und stürzte 30 Meter auf einem etwa 30 Grad steilen Schneefeld talwärts. Sie erlitt Abschürfungen an beiden Händen und eine Fraktur des linken Knöchels.

Die Alpinpolizei warnt

Die Bergrettung Riezlern brachte die verletzte Frau zum Gemeindearzt. In steilen Rinnen und schattigen Bergflanken hält sich der Schnee besonders lang. Nach dem heurigen schneereichen Winter unterbrechen besonders in Lagen oberhalb von 1600 Meter Altschneefelder die Wanderwege. Die Ausrutschgefahr ist auf diesen oft sehr steilen Schneefeldern sehr groß – eine unterschätzte Gefahr.

Grundsätzlich wird empfohlen, Schneefelder zu umgehen. Ist das nicht möglich, sollte die Schneedecke für die Begehung mindestens etwa zehn Zentimeter aufgeweicht sein.

Ausrüstung

Bergschuhe mit fester Profilsohle, Handschuhe, Snowline Spikes (Schneeketten für Schuhe) und Wanderstöcke sind hilfreiche Ausrüstungsgegenstände, um ein Schneefeld sicher zu queren. In besonders steilem Gelände bieten Steigeisen und Eispickel zusätzlichen Halt.

Tipps zur Begehung

Flächige, nach innen geneigte Tritte in den Schnee schlagen, kleine Schritte machen, Gleichgewicht mit Wanderstöcken bzw. besser mit Eispickel halten.

Rutscht man aus, so schnell wie möglich in die Liegestützposition drehen und mit Beinen und Armen bremsen. Vorsicht – im Rutschen nicht mit den Steigeisen bremsen – Überschlagsgefahr.

Wird die Gefahr als zu groß eingeschätzt, umdrehen und eine andere Route wählen.