Hinter den Kulissen: Fieberhafte Suche nach Landesratsnachfolgern

22.06.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Anwalt Sutterlüty wird in Wirtschaftskreisen als kompetenter Nachfolger für Statthalter Rüdisser gehandelt. VN

Fieberhaft Schlüsselstellen in Landesregierungen wollen wohlüberlegt nachbesetzt werden. Seit Statthalter Karlheinz Rüdisser (64, VP) und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (55, VP) bekannt gegeben haben, nach der laufenden Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen, hat das Personalkarussell Fahrt aufgenommen. Auch Spekulationen, wer das Erbe der beiden antreten könnte, machen seit Monaten die Runde. Nun hat sich ein Kandidat, der als Nachfolger Rüdissers gehandelt wurde, selbst aus dem Rennen genommen: Bundesrat Magnus Brunner (47, VP) hat definitiv abgewunken. In Wirtschaftskreisen gilt jetzt ein Bregenzerwälder als heißer Tipp. Dabei handelt es sich um den Anwalt und Egger Bürgermeister Paul Sutterlüty (56, VP). Sutterlüty wird jedenfalls im Umfeld von LH Markus Wallner (51, VP) und WKV-Präsident Hans-Peter Metzler (53, VP) hohe Kompetenz für dieses Amt beschieden. Für das Erbe Bernhards werden weiterhin zwei Namen genannt: LT-Vizepräsidentin Martina Rüscher (46, VP) und VGKK-Chef Manfred Brunner (57).

Rekordausschuss Zwar finden Landtagsausschüsse in Vorarlberg hinter verschlossenen Türen statt, aber zumindest die Tagesordnung ist schon Tage zuvor öffentlich. Am Mittwoch steht der Rechtsausschuss auf dem Programm und die Tagesordnung lässt einen Rekordausschuss erwarten. Neun Regierungsvorlagen und fünf Anträge werden diskutiert, zum Beispiel Änderungen im Baugesetz, im Naturschutzgesetz, Wettengesetz, Landesbedienstetengesetz und Tierzuchtgesetz. er Ausschussvorsitzende Thomas Winsauer (40, VP) rechnet mit einer langen Sitzung. Sein Fazit: „Man sieht, dass der Landtag bis zum Schluss arbeitet, und zwar intensiv.“ Außerdem zeige sich, mit welcher Fülle an Themen der Landtag konfrontiert ist.

Karrieren Dem Bregenzer Martin Ohneberg (48) wird vielfach nachgesagt, dass er seine Karriere nicht aus dem Auge lässt und nicht nur in der Bundeshauptstadt Wien über ein gutes Netzwerk verfügt. Dass der Präsident der Vorarlberger Industriellenvereinigung (IV) den Stuhl von Georg Kapsch (60) als bundesweiter IV-Chef nächstes Jahr übernehmen will, ist bekannt. Ob der Bregenzer, der das Unternehmen Henn erfolgreich führt, tatsächlich Chancen hat, zur Speerspitze der Industrie in der Alpenrepublik zu werden, wird sich freilich erst noch herausstellen. Ebenso offen ist, ob sein derzeitiger IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher (38) ihn nach Wien begleiten und dort wiederum Ohnebergs rechte Hand spielen wird, sollte der Bregenzer 2020 tatsächlich an die Spitze der österreichischen Industrie gewählt werden.