SOS Kinderdorf bleibt in Vorarlberg aktiv

Vorarlberg / 23.06.2019 • 08:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
SOS-Kinderdorf-Geschäftsleiter West, Wolfgang Katsch. SOS-Kinderdorf
SOS-Kinderdorf-Geschäftsleiter West, Wolfgang Katsch. SOS-Kinderdorf

Der aktuelle Schwerpunkt liegt in der Jugendarbeit.

Heidi Rinke-Jarosch

dornbirn SOS Kinderdorf ist als Verein seit 1959 in Vorarlberg aktiv und blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Kinder- und Jugendhilfebereich zurück.
Ende 2014 wurde das SOS Kinderdorf in Dornbirn aufgelöst, die 17 Häuser wurden abgerissen. Die Organisation besteht jedoch im Land weiter. Der aktuelle Schwerpunkt liegt in der Jugendarbeit. SOS Kinderdorf betreibt mit dem SOS-Jugendwohnen in Bregenz und Dornbirn zwei Wohngruppen für je zehn Jugendliche, die vorübergehend oder längerfristig nicht bei ihren Eltern leben können. Dort werden die Jugendlichen umfassend von Sozialpädagogen betreut.

Weiters gibt es betreutes Außenwohnen in angemieteten Wohnungen als Vorbereitung für das Leben als Erwachsene. Pädagogische Fachkräfte stehen den Jugendlichen zur Seite. Wichtige Themen der Betreuung sind Schule und Ausbildung, Verträge, Finanzen, Alltagsbewältigung, selbstständiges Wohnen, Zusammenleben mit Nachbarn.

Seit 2017 bietet SOS Kinderdorf in Vorarlberg auch betreutes Außenwohnen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Insgesamt unterstützt und begleitet SOS Kinderdorf in Vorarlberg derzeit mehr als 40 Jugendliche auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens, bei Bedarf auch über die Volljährigkeit hinaus.Zudem bietet SOS Kinderdorf mit der Anlaufstelle Vorarlberg Personen, die in SOS-Kinderdorf-Betreuung waren, eine Ansprechperson, an die sie sich in Krisenzeiten oder bei besonderen Problemen wenden können.

SOS Kinderdorf betreibt auch die Notrufeinrichtung 147 Rat auf Draht. Unter dieser Notrufnummer haben bisher Tausende Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen rund um die Uhr anonym und kostenlos Telefonberatung erhalten. 147 Rat auf Draht wird als Erstanlaufstelle in Krisensituationen genutzt.
Gerd Konklewski, Standortleiter von SOS Kinderdorf in Vorarlberg, ist vom Bekanntheitsgrad der Organisation und vor allem des Gründers Hermann Gmeiner beeindruckt: „Und auch, dass dessen Spuren mehr als drei Jahrzehnte nach seinem Tod immer noch so präsent sind.“

Statement von Wolfgang Katsch, SOS-Kinderdorf-GF West, zu Hermann Gmeiner

Als SOS-Kinderdorf-Gründer zählt Hermann Gmeiner nicht nur im Ländle, sondern weit über die Landesgrenzen hinaus zu den bekanntesten Vorarlbergern. Für mich sind es besonders zwei Aspekte von Hermann Gmeiner, die bis heute weiterwirken und ihn bewegen: Der Mut und unerschütterlicher Einsatz für seine Vision und eine für damals völlig neue, fast revolutionäre Idee, und diese trotz viel Skepsis und Kritik erfolgreich umzusetzen. Der viel zitierte Spruch von Hermann Gmeiner, „Redet nicht, tut etwas“, ist auch für mich und die Generation heute ein Leitmotiv, wenn es darum geht, Kindern und jungen Menschen in Not rasch und unbürokratisch Hilfe zu leisten und Unterstützung anzubieten. Wolfgang Katsch, SOS-Kinderdorf-Geschäftsleiter West