Folk-Festival im „Dorf“ St. Arbogast

25.06.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nadja Bodlak, bekannt als „Nnella“, hat auf einer der Bühnen des Folkfestivals schon einmal mit der Gitarre die Akustik im Wald getestet. ARBOGAST/ROGEN

Vom 28. bis 30. Juni findet in St. Arbogast ein Folkfestival statt. Dabei geht man eigene Weg, Musiker und Publikum kommen ganz nahe zusammen und das Ganze ist als eine Art Dorffest konzipiert.

Gernot Schweigkofler

Götzis Das Bildungshaus St. Arbogast oberhalb von Götzis ist schon seit längerem für eine vielschichtige Ausrichtung bekannt. Aber das ein dreitätiges Musikfestival organisiert wird, das ist dann doch etwas Ganz neues. „Wir wollen nahe bei den Leuten sein“, meint Arbogast-Geschäftsführer Daniel Mutschlechner. Aber es passe durchaus zu Arbogast. Immerhin sei Folk politisch und spirituell. Er hat sich mit Johannes Lampert einen erfahrenen Konzert-Macher an Bord geholt, Lampert hat unter anderem die Open-Hair- und Everybodys-home-now-Festivals in Göfis organisiert. Diese Kontakte nutzt Lampert jetzt. „Es wird ein Festival der ruhigen Töne“, erklärt er. Nur auf der Hauptbühne wird ein wenig mit Verstärker gearbeitet, bei vielen kleinen Außenbühnen, etwa beim Wasserschloss oder im Wald oberhalb des Bildungshauses, werden die Musiker komplett unverstärkt spielen.

„Es ist auch ein Experiment. Es ist schwer abzuschätzen, wie sich das entwickelt.“

Johannes Lampert, Kurator

„Es ist auch ein Experiment“, macht Lampert aufmerksam. Denn einige Künstler werden drei Tage vor Ort wohnen, Tür an Tür mit Besuchern. „Künstler und Publikum sollen sich vermischen“, meint der Organisator. „Es ist schwer abzuschätzen, wie sich das entwickelt.“ Einige Bands spielen mehrmals am Tag, mal auf einer kleinen Bühne, dann auf der Hauptbühne – es soll alles eher locker und unkompliziert über die Bühne gehen. „Wir werden hier ein Dorf auf Zeit haben“, meint Lampert. Musik, Essen, Trinken, Zeit miteinander verbringen, all das soll möglich sein. Dazu kommen zwei Ausstellungen und einige Workshops. Das sei auch für die Künstler ungewöhnlich, meint Lampert, denn auch die finden hier etwas anderes vor als normalerweise im Touralltag.

Zwanzig Gruppen treten auf

Die Musiker stammen zum größten Teil aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch amerikanische Musiker sind vor Ort. Unter den 20 auftretenden Solokünstlern und Gruppen ist etwa Protest-Songcontest-Gewinnerin Sigrid Horn, Enno Bunger, oder die amerikanische Folk-Gruppe Loch Lomond. Vorarlberg ist ebenfalls gut vertreten, mit den Bauernfänger, Mose oder Nnella.

Arbogast-Chef Daniel Mutschlechner sieht einen klaren Konnex zu den bisherigen Angeboten. „Musik spielt in Arbogast immer eine Rolle“, meint er. Im Haus sei eine Gitarre und ein Klavier und immer wieder würden auch Besucher einfach spontan etwas spielen. Nun rückt die Musik mehr in den Fokus, damit will Mutschlechner auch das Haus einem neuen Publikum näherbringen. „Fast jeder ist einmal hier“, meint er, „viele erinnern sich etwa an den Ehevorbereitungskurs.“ Aber damit sei es getan, nun will er den Menschen näherbringen, dass in Arbogast eben sehr viel möglich ist. So soll mehr Publikum auf das Angebot des Bildungshauses aufmerksam werden.

Riesige Besuchermassen erwartet man nicht, darauf ist das Festival auch nicht ausgerichtet. Aber 200 bis 300 Besucher am Tag würden sich Mutschlechner und Lampert wünschen. Die erwartet jedenfalls ein sehr ungewöhnliches Festival-Format, das für Organisatoren, Publikum und Künstler gleichermaßen spannend zu werden verspricht.

Informationen rund um das Festival unter folkfestival.arbogast.at Dort ist auch der Festival-Folder mit dem Programm zum Download vorbereitet.