Kläranlage Dornbirn: ARA muss wöchentlich 80 Tonnen zur Verbrennung ins Ausland schicken

Vorarlberg / 25.06.2019 • 07:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
80 Tonnen Klärschlamm-Granulat werden pro Woche nach Augsburg gekarrt. VN/PAULITSCH

Wöchentlich werden 80 Tonnen Klärschlamm-Granulat aus der ARA Dornbirn in eine Verbrennungsanlage nach Augsburg gekarrt.

Dornbirn Seit 1993 wird auf dem Gelände der ARA Dornbirn der Klärschlamm, ein Nebenprodukt der Abwasserreinigung, in einer eigenen, um viel Geld gebauten Trocknungsanlage zu Granulat verarbeitet. Als Düngemittel dürfen die schwarzen Körner nun nicht mehr verwendet werden. Das führt zu massiven Entsorgungsproblemen.

Über Jahre hinweg konnten Kleingärtner das Granulat gratis abholen, um es als Düngemittel einzusetzen. Damit ist es nun vorbei: Ein neues Gesetz zum Schutz der Bodenqualität verbietet das Ausbringen. Lediglich kompostierter Klärschlamm darf noch im Landschaftsbau eingesetzt werden. Weil es in Dornbirn keine Kompostierungsanlage gibt, fällt auch diese Entsorgungsmöglichkeit weg.

Derzeit wird das Granulat in eine Verbrennungsanlage nahe Augsburg transportiert. Pro Woche sind das immerhin zwei Lkw-Ladungen mit jeweils 40 Tonnen. Wie Dornbirns Umweltstadträtin Juliane Alton berichtet, ist indes Abhilfe für Vorarlberg in Sicht: „Der Umweltverband schreibt in den nächsten Wochen die Entsorgung in großen Mengen durch Verbrennung aus.“ Das ist ihrer Meinung nach allerdings nur eine Zwischenlösung. „Langfristig wird zu überlegen sein, ob, wie und wo wir unsere Klärschlämme selber in einer eigenen Anlage verbrennen, die eine Rückgewinnung von Ressourcen wie Phosphor, Buntmetalle oder Zementzuschlagstoffe garantiert.“

Energiefresser

Die Trocknung des Klärschlamms hat Vor- und Nachteile: Einerseits wird das Volumen durch den Wasserentzug deutlich geringer, anderseits ist ein hoher Energieaufwand erforderlich.  „Derzeit ist die ARA aufgrund der Trocknung mit Hochtemperatur der größte Energiefresser der Stadt“, weiß Alton und ergänzt: 2017 wurden in der ARA unglaubliche 14,2 Millionen Kilowattstunden verbraucht, mehr als die Hälfte davon allein für die Klärschlammtrocknung. Billiger wäre es, wenn ein Niedrigtemperaturverfahren zum Einsatz käme. Dafür wären aber teure Umbauten erforderlich. Laut Alton wäre eine zentrale Verbrennungsanlage eine Lösung für die Zukunft: „Sie wäre ein sehr großer Wärmeproduzent und müsste dort positioniert werden, wo die Wärme am besten gebraucht wird.“ Die grüne Stadträtin weiß allerdings, dass viele Hürden zu überwinden sind, bis ein solches Projekt umgesetzt werden könnte.