Lukas Schmoranz machte als „Zivi“ bei der Lebenshilfe nur positive Erfahrungen

Vorarlberg / 25.06.2019 • 10:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lukas Schmoranz freundete sich rasch mit den gehandicapten Menschen in der Werkstätte an und wurde auch schnell akzeptiert. LH

Der 20-Jährige hat sein Engagement bei der Lebenshilfe über den Zivildienst hinaus sogar um einen Monat verlängert.

Götzis Zivildiener sind gefragt. Blaulichtorganisationen suchen sie ebenso händeringend wie soziale Einrichtungen, zu denen die Vorarlberger Lebenshilfe gehört. Auch sie hat für den kommenden Turnus im September noch freie Zivildienststellen anzubieten. Einer, der schon „Ja zum Zivi“ sagte, ist Lukas Schmoranz. Der 20-Jährige hat sein Engagement bei der Lebenshilfe über den Zivildienst hinaus sogar um einen Monat verlängert. Diese Woche endet für den Absolventen der HTL Dornbirn eine Zeit, in der „ich wertvolle Erfahrungen sammeln konnte“.

Hemmschwellen überwunden

Bereits bei der Musterung war dem jungen Mann klar, dass er seinen Zivildienst im Sozialbereich absolvieren möchte. Die Wahl fiel auf die Lebenshilfe, weil schon Kollegen nur Gutes über ihre Zivildienstmonate dort berichteten. „Zuerst habe ich an zwei Standorten geschnuppert“, erzählt Lukas Schmoranz. In der Werkstätte Bildgasse in Dornbirn gefiel es ihm schließlich am besten. Mit Menschen mit Behinderung hatte er vorher kaum etwas zu tun, doch die anfänglichen Hemmschwellen waren schnell überwunden. „Ich wurde gleich sehr herzlich und offen aufgenommen. Das machte es einfach.“ Den Arbeitsalltag und die Tätigkeiten, die es zu erledigen galt, beschreibt Lukas als abwechslungsreich, aber auch hilfreich in der Kommunikation. „Ich konnte feststellen, wie ich zunehmend offener auf Leute zuging, als das vorher der Fall war.“ Diese Eigenschaft hat sich Lukas Schmoranz bewahrt.

In der Werkstätte gab es alles Mögliche zu tun. Serienfertigungen für große Unternehmen waren ebenso zu erledigen wie Kreativarbeiten. Mit diesen ist die Lebenshilfe übrigens am kommenden Freitag, 28. Juni 2019, beim „Bsundriga Markt“ in Dornbirn vertreten. „Wir haben auch auswärts gearbeitet“, berichtet Lukas Schmoranz weiter und bemerkt noch mit einem fröhlichen Lachen: „Langweilig wurde mir jedenfalls nie.“

Klare Zukunftspläne

Obwohl sein Zivildienst im Mai beendet gewesen wäre, entschloss sich der begeisterte Inline-Hockey- und Ukulelespieler, seinen Einsatz um einen Monat zu verlängern. Als Überbrückung sozusagen, und weil es ihm eben gefiel. Kommende Woche fliegt Lukas Schmoranz dann für zwei Monate nach Neuseeland. Im Herbst wird er eine Stelle als Informatiker antreten. Er hat klare Pläne für seine Zukunft. Zuerst möchte er, der in Informatik maturiert hat, das Erlernte in die Praxis umsetzen. Später könnte sich Lukas jedoch vorstellen, in den Sozialbereich zu wechseln. Er würde auch jedem Jungen einen Zivildienst bei der Lebenshilfe empfehlen. „Bei allem, was man tut und wo man unterstützt, spürt man die Dankbarkeit der begleiteten Personen“, sagt er. Selbst entwickle man sich ebenfalls weiter und lerne viel für seine Sozialkompetenz.

Die Lebenshilfe Vorarlberg begleitet aktuell an die 1000 Menschen mit Behinderungen im ganzen Land. Für Zivildiener gibt es 60 Einsatzstellen. Beginn des aktuellen Turnus ist am 1. September 2019. Die weiteren Turnusse starten im Dezember 2019 sowie im März, Juni und Juli 2020. Anmeldungen an Petra Grasser-Mattle, Telefon: 05523506-10031 oder E-Mail: zivi@lhv.or.at. Bei einigen Freunden von Lukas Schmoranz hat die Weiterempfehlung schon gefruchtet. Ganz besonders freut ihn aber, dass keiner von ihnen die Entscheidung, zur Lebenshilfe zu gehen, bereut hat.

Zur Person

Lukas Schmoranz rührt für den Zivildienst bei der Lebenshilfe gerne die Werbetrommel. Alter 20

Ausbildung HTL-Matura, Zivildienst, ab Herbst Informatiker bei einer Bank

Hobbys Inline-Hockey, Ukulele (die ganze Familie ist musikalisch unterwegs)

Familie Eltern, zwei ältere Brüder, Freundin