Gefahr Hitzetod im Auto

Vorarlberg / 27.06.2019 • 22:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wenn es keine Alternative mehr gibt: Scheibe einschlagen.

Schwarzach Es ging noch glimpflich aus: Am vergangenen Dienstag ließ eine Frau in Bregenz ihren Schlüssel im Wagen liegen, die Türen wurden automatisch verriegelt. Ihr Baby, das im Fahrzeug der Hitze ausgesetzt war, konnte von einem Polizisten, der die Scheibe einschlug, gerettet werden (die VN berichteten).

Hitze in abgesperrten Fahrzeugen kann schnell gefährlich werden. Sind Menschen und Tiere eingesperrt, besteht Lebensgefahr. Hier muss man sofort handeln. Aber wie? „Sieht man ein Kind oder ein Tier, das in einem heißen Auto zurückgelassen wurde, sollte man sich umsehen, ob der Fahrzeuglenker in der Nähe ist. Dazu kann man auch Passanten befragen und um Mithilfe bitten“, rät ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried zu raschem, aber überlegtem Handeln. „Das Einschlagen einer Scheibe ist dann rechtlich gedeckt, wenn Leib und Leben bedroht sind und es keine andere Möglichkeit gibt zu helfen“, so Authried. Wenn möglich, sollte man Zeugen dazuholen.

Kein Schadenersatz

Denn grundsätzlich stellt das bewusste Zerstören fremden Eigentums eine Sachbeschädigung dar, die gerichtlich strafbar und daher verboten ist. War das Einschlagen einer Scheibe aufgrund der gegebenen Notsituation gerechtfertigt, besteht auch kein Anspruch auf Entschädigung des Geschädigten gegenüber dem Helfer bzw. „Schädiger“. Sollte vorschnell gehandelt worden sein, weil die Aufsichtsperson etwa nur kurz in einem Geschäft neben dem Fahrzeug war, droht ein Schadenersatzanspruch des Fahrzeugeigentümers.

Weitere Risikofaktoren

Auch manche Gegenstände sollte man speziell bei Hitze nicht im Auto lassen: Feuerzeuge, Campinggas-Flaschen und Geräte mit Akkus und Displays, also Handys, Powerbanks und Laptops, können bei hohen Temperaturen überhitzen und einen Brand auslösen.