Manfred Rendl über seinen Abschied von der Kammgarn: „Bin schon ein bisschen wehmütig“

Vorarlberg / 27.06.2019 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Manfred Rendl war 25 Jahre in der Kammgarn in Hard aktiv. Nach dem Foen-X-Festival am Stedepark in Hard direkt am Bodenseeufer verabschiedet er sich in den Ruhestand. LERCH

Manfred Rendl führte die Kulturwerkstatt Kammgarn zum Erfolg. Nun übergibt er an ein jüngeres Team.

Tanja Schwendinger

Hard 25 Jahre lang widmete Manfred Rendl all seine Energie in den Erfolg der Kulturwerkstatt Kammgarn in Hard. Nach dem diesjährigen Foen-X-Festival, das von Donnerstag bis Sonntag am Stedepark in Hard über die Bühne geht, verabschiedet sich der 64-Jährige in den wohlverdienten Ruhestand. „Natürlich ist man da schon etwas wehmütig, weil ich von der Pike auf mit viel Herzblut dabei war“, gesteht der Kulturfan. „Die Kammgarn bekommt aber mit den neuen Geschäftsführern Pete Ionian und Lucas Bitschnau eine Verjüngungskur, was mich sehr freut.“

Dem gbürtigen Tiroler hört man seine Herkunft immer noch an. Einst kam der ausgebildete Optiker nach Vorarlberg, um in Götzis die Meisterprüfung zu absolvieren. Anschließend beschloss er mit 27 Jahren noch einmal die Schulbank zu drücken und absolvierte die Sozialakademie. Dort lernte Manfred Rendl seine Frau kennen und zog nach Hard, wo er in der Theatergruppe aktiv geworden ist. Diese Theatergruppe war es auch, aus der in weiterer Folge die Kammgarn Hard entstand. Im Jahr 1992 initiierte die Gruppe die Veranstaltung „Kultur im Zelt“ in den Harder Seeanlagen, um auf die Platznot in der Harder Kleinkunst hinzuweisen. Nach vierjähriger Überzeugungsarbeit bekam die Kulturwerkstatt Kammgarn in den denkmalgeschützten Räumlichkeiten des Schoeller-Areals in Hard schließlich ein festes Dach über dem Kopf. Seither bietet sie den Besuchern mit Kabarett, Musik, Kinderveranstaltungen, Theater und Eigenproduktionen ein umfangreiches Kulturprogramm.“Von da an hat alles seinen Lauf genommen“, sagt Rendl.

15.000 Besucher jährlich

Nicht zuletzt wegen des unermüdlichen Einsatzes von Rendl und den vielen Ehrenamtlichen hat sich die Kammgarn zu einer der wichtigsten Kulturinstitutionen Vorarlbergs entwickelt. „Zu Beginn verzeichneten wir jährlich rund 3000 Besucher, heute freuen wir uns bei rund 120 Veranstaltungen über 15.000 Besucher“, erzählt Rendl. Highlight im Programm der Kammgarn Hard ist seit 2002 das Foen-X-Festival, das heuer in komprimierter Form in einem Zirkuszelt am Stedepark in Hard veranstaltet wird – dort, wo einst mit „Kultur im Zelt“ alles begann. Bei freiem Eintritt wird den Besuchern ein buntes Programm mit Konzerten, Kleinkunst, Poetry Slam und Kabarett geboten. „Wir rechnen mit 800 bis 1000 Besuchern täglich“, sagt Rendl.

Ganz verabschieden möchte sich Manfred Rendl nach dem Festival jedoch nicht. „Ich stehe dem neuen Team natürlich weiterhin zur Verfügung, wenn es mich braucht“, betont Rendl und fügt hinzu. „Ich habe mir meine Kontakte in 25 Jahren aufgebaut, das braucht Zeit.“ In seiner Pension möchte sich Manfred Rendl gemeinsam mit seiner Ehefrau vermehrt Dingen widmen, die in den vergangenen 25 Jahren auf der Strecke geblieben sind. „Ich war meist sieben Tage in der Woche unterwegs, ein Wochenende oder Urlaub kannte ich nicht. Aber das macht nichts. Die Zeit in der Kammgarn hat mir außerordentlich viel Spaß gemacht.“ Auf seiner Liste stehen vor allem der Besuch von Kulturveranstaltungen im In- und Ausland. „Das ist einfach meine Leidenschaft.“

Foen-X-Festival: 27. bis 30. Juni 2019, Stedepark Hard. Programm unter www.kammgarn.at; der Eintritt ist frei

Manfred Rendl

Geboren: 11. Juni 1955, Tirol, Brixlegg

Wohnort: Lauterach

Ausbildung: Optikerausbildung, Diplomsozialarbeiter

Laufbahn: seit 25 Jahren Geschäftsführer der Kammgarn in Hard

Familienstand: verheiratet

Hobbys: Kulturveranstaltungen, Musik