Dem Frieden Gottes trauen

Vorarlberg / 28.06.2019 • 16:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Es wäre wertvoll, sich immer wieder bewusst zu machen, wie die kirchliche Gemeinschaft auf dem Weg des Friedens ist, bzw. sein sollte. Viele Menschen vertrauen auf das Wort Gottes, das Frieden zusagt und Frieden gebietet. Gottes Friedensbund gilt immer und überall. „Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen und die Hügel zu wanken beginnen – der Bund meines Friedens wird nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen hat mit uns Menschen.“ So steht es bereits im Alten Testament. Darin könnte die innere Kraft liegen, die zu schöpferischen und mutigen Schritten auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens befreien.

Ursachen von Krieg und Gewalt

Die Bibel nennt die Ursachen von Krieg und Gewalt beim Namen. Dies nötigt uns zu einer realistischen Sicht auf die eigene Person und die Welt. Auch die Kirchen müssen bekennen, dass sie in Konflikten oft eher Teil des Problems als der Lösung gewesen sind. Dabei haben gerade sie ein besonderes Friedenspotenzial. Denn ihnen ist eine Verheißung gegeben, die größer ist als ihre eigenen Möglichkeiten: der Friede als Gabe Gottes, die allen Menschen und der ganzen Schöpfung zugedacht ist. In Kreuz und Auferstehung Jesu Christi wird er den Glaubenden geschenkt: „Christus ist unser Friede“ (Epheser 2,14).

Die Friedensvision

In der Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde stellt uns Gott seinen alles umfassenden Frieden vor Augen: „Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage. Denn was früher war, ist vergangen. Siehe, ich mache alles neu!“ In diesem Horizont beten Christen für den Frieden und erneuern ihre Hoffnung, dass die Barmherzigkeit Gottes in menschlichen Schritten zu Frieden und Gerechtigkeit wirksam wird. „Selig die Frieden stiften!“ (Matthäus 5,9)

Frieden schaffen ….

Vielfach wird die Übernahme von mehr Verantwortung gleichgesetzt mit der Steigerung militärischer Leistungsfähigkeit, dem Ausbau von Rüstungskapazitäten, dem Export von Rüstungsgütern oder der Beteiligung an militärischen Interventionen in Krisengebieten. Nüchterne Bilanzen belegen jedoch, dass keine der militärischen Interventionen in der jüngeren Vergangenheit einen dauerhaften uns stabilen Frieden schaffen konnte. Oft erwiesen sie sich vielmehr als Verstärker der Konflikte und Auslöser dramatischer Fluchtbewegungen.

Umkehren zum Frieden!

Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift sind Frieden und Sicherheit die Frucht der Gerechtigkeit. Umdenken ist nötig: weg von einem Sicherheitsdenken, das der militärischen Logik folgt, hin zu einer umfassenden und vorausschauenden Friedenspolitik. Jesus sagt: „Meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt. Euer Herz verzage nicht!“ Die Kirche will auf diese Verheißung hin mehr Frieden wagen und tritt deshalb für folgende vier Punkte ein:

» Für die „Ertüchtigung“ zum Frieden durch eine entschiedene Stärkung aller gewaltfreien Methoden zur Lösung von Konflikten.

» Für die Förderung von Initiativen der Friedensbildung in möglichst allen Bildungseinrichtungen, in Kindergärten, Schulen, Hochschulen, bei kirchlichen Bildungsangeboten.

» Für die Reform und den Ausbau internationaler Rechts- und Ordnungssysteme.

» Für eine öffentliche kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz automatischer Waffensysteme; und für die weltweite Ächtung und Abschaffung der Atomwaffen.

„Meide das Böse, tue das Gute, suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15)

fotolia

fotolia