Reitclub Montafon bangt um Zukunft

28.06.2019 • 16:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vom einstigen Glanz der Reitsportanlage blieb wenig übrig. J. Schwald
Vom einstigen Glanz der Reitsportanlage blieb wenig übrig. J. Schwald

Vereinsvorstand ist auf der Suche nach einem neuen Vereinsgelände.

Schruns Über Jahrzehnte hinweg haben die Montafoner Pferdesporttage im August Hunderte Pferdesportler ins Tal gelockt. Bis zu 450 Pferde nahmen an zwei Wochenenden am prestigeträchtigen Springreitturnier in Schruns teil. Vom Glanz von damals ist inzwischen nicht viel übrig.

Wer dieser Tage an der Reitsportanlage vorbeifährt, dem präsentiert sich ein tristes Bild. Lediglich ein altes Transparent erinnert an die einstige Großveranstaltung, die im Jahr 2012 zum letzten Mal ausgetragen wurde. Platzmangel rund um die beengte Pferdesportanlage an der Montafonerstraße hatte dazu geführt, dass eines der größten Reitturniere Westösterreichs nicht mehr durchgeführt werden konnte.

Sehr zum Leidwesen des hiesigen Reitclubs Montafon, der der Veranstaltung bis heute nachtrauert. „Die Pferdesporttage waren immer eine sehr beliebte Veranstaltung, die viel Publikum anlockte und der Talschaft über 5000 Nächtigungen im Sommer bescherten“, so RC-Obfrau Tanja Rudigier. „Seit wir das Turnier nicht mehr machen können, sind wir um eine Lösung bemüht“, beteuert Rudigier. Eine solche scheint aber nicht in Sicht.

Grundstückssuche

Um den Fortbestand des 53-jährigen Vereins zu sichern, ist man seit einiger Zeit auf der Suche nach einem neuen Gelände, bisher aber erfolglos. Ein Problem das man im Schrunser Rathaus nur allzu gut kennt. „Ich kann mich gut in Frau Rudigier hineinfühlen“, meint der Schrunser Bürgermeister Jürgen Kuster. Seitens der Gemeinde sei man selbst auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für den bereits fertig geplanten Skaterplatz, ebenfalls ohne Erfolg. „Das Gelände sollte eine Größe von eineinhalb bis drei Hektar haben“, konkretisiert Rudigier, die auch beim Stand Montafon bereits vorstellig geworden ist. „Das sind riesige Flächen, die wir in Schruns schlichtweg nicht haben“, sagt Kuster, der sich dessen bewusst ist, dass die Reitanlage an diesem Standort ein Ablaufdatum hat. Die Fläche, auf der sich der Dressurplatz befindet, ist in Privatbesitz, jene des Springplatzes in Gemeindebesitz. „Diese Grundstücke werden früher oder später auch verwertet werden“, so der Gemeindechef, der hinzufügt: „Die Tatsache, dass Grund und Boden immer gefragter sind, macht die Sache nicht leichter.“

Große Nachfrage

Dass die Nachfrage nach Möglichkeiten zum Reiten groß ist, würden ihr die zahlreichen Anrufe bestätigen, die sie bekomme, beteuert die Pferdeliebhaberin. „Viele Leute, deren Kinder reiten wollen, kontaktieren mich“, so Rudigier. Die nun gestartete Bebauung des bisherigen Parkplatzes in der Mitte der beiden Reitplätze (siehe Grafik) macht die Angelegenheit für den Verein nicht leichter, ganz im Gegenteil. Nach Aussage der Vereinsobfrau ist nun sogar das Vereinsturnier nicht mehr durchführbar. Ganz zu schweigen von den Pferdesporttagen, die sich nach Aussage von Rudigier viele wieder zurückwünschen würden.

Werden aber noch weitere Gründe verkauft bzw. bebaut, und danach sieht es aus, würde dies die Auflösung des Vereins zur Folge haben. Daran will Tanja Rudigier aber (noch) nicht denken. VN-JS

„Seit wir das Turnier nicht mehr machen können, sind wir um eine Lösung bemüht.“