Verbot von Mobiltelefon am Steuer beeindruckt nicht

28.06.2019 • 20:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ablenkung durch Handy am Steuer noch immer häufigste Unfallursache.

Schwarzach, Wien Am 1. Juli 1999 trat das gesetzliche Handyverbot am Steuer in Kraft und feiert nun seinen 20. Geburtstag. Doch ein Blick auf die Verkehrsunfallstatistik zeigt: 38 Prozent aller Unfälle auf Österreichs Straßen sind auf Ablenkung oder Unachtsamkeit zurückzuführen. Damit ist Ablenkung nach wie vor die häufigste Unfallursache. „Viele Verkehrsteilnehmer unterschätzen das Ausmaß der Ablenkung, die ein kurzer Blick auf das Smartphone bewirkt. Das Verfassen einer Textnachricht dauert in etwa fünf Sekunden. Bei einer Geschwindigkeit von 50km/h legen Lenker somit pro Textnachricht 70 Meter im Blindflug zurück“, erläutert Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Recht & Normen im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). „Durch das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung steigt das Unfallrisiko für Lenker etwa um das Fünffache, durch das Schreiben von Textnachrichten sogar um das 23-Fache.

Dass das Unfallrisiko sowie die Zahl der Ablenkungsunfälle erhöht ist, beschränkt sich dabei nicht nur auf Kfz-Lenker: Auch bei Unfällen, die von Radfahrern verursacht werden, ist Ablenkung die Unfallursache Nummer 1. Ablenkung führt zu längeren Reaktionszeiten & reduziertem Spurhaltevermögen.

„Viele Verkehrsteilnehmer glauben, dass sie in der Lage sind im Straßenverkehr mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Doch Multitasking funktioniert in dieser Situation einfach nicht“, so Kaltenegger.