Spitalsalltag zwanglos kennenlernen

30.06.2019 • 17:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Besucher durften selbst einmal am OP-Tisch Hand anlegen.vn/stiplovsek
Die Besucher durften selbst einmal am OP-Tisch Hand anlegen.vn/stiplovsek

2000 Besucher kamen zum Tag der offenen Tür ins LKH Bregenz.

Bregenz Fröhliches Lachen dringt aus dem OP-Saal. Das Stimmungsbarometer bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den grünen Kitteln steht auf entspannt. Es ist aber auch kein Tag wie jeder andere, denn statt Patienten bevölkern am Samstag interessierte Besucher die Gänge und Stationen des Landeskrankenhauses Bregenz. Anlässlich der nach 20 Jahren abgeschlossenen Modernisierung wurde zum Tag der offenen Tür geladen, und gut 2000 Personen kamen, um in die Tiefen eines Spitalsalltags einzutauchen. „Wir freuen uns, zeigen zu können, was wir am neuen Krankenhaus haben und wie unser Personal arbeitet“, sagt Verwaltungsdirektor Andreas Lauterer nicht ohne Stolz. Zudem hält er es für wichtig, dass es Leuten ermöglicht wird, ein Krankenhaus auch einmal unter unbeschwerten Bedingungen von innen kennenlernen zu können.

Ausnahmezustand

Fast 114 Millionen Euro investierte das Land in die Erneuerung des LKH Bregenz, wo acht medizinische Fachbereiche untergebracht und 736 Mitarbeiter beschäftigt sind. Rund 17.300 stationäre Patienten sowie 110.000 ambulante Frequenzen unterstreichen die Bedeutung des Spitals für die Region. Am Samstag herrschte aus gebotenem Anlass allerdings Ausnahmezustand. Alle Geschoße hatten sich für den Publikumsandrang gerüstet. Sogar der Hubschrauberlandeplatz war zur Besichtigung freigegeben, wobei es dort hinaus der Sicherheit wegen aber nur in geführten Gruppen ging. Ein halbes Jahr dauerten laut Andreas Lauterer die Vorbereitungen, wobei Ideen und Umsetzung das Personal selbst stemmte.

In der Ambulanz gelandet

Die Blaulichtorganisationen zeigten ebenfalls Präsenz, mussten vor dem Haus allerdings in der Hitze darben, während es drinnen angenehm kühl war. Die Besucher konnten sich an Instrumenten versuchen und einen Gesundheitscheck durchlaufen. Der förderte so manche unliebsame Überraschung zutage. Bei einem Herrn etwa zeigte das Blutdruckmessgerät einen Wert von 240/120 an. Er wurde gleich in die Ambulanz geschickt. Vor der Intensivstation war eine Koje aufgebaut, die darstellte, was hinter den Türen der abgeschirmten Station abläuft. Das LKH Bregenz verfügt über acht Intensivplätze. „Reichen die nicht aus, wird mit den anderen Landeskrankenhäusern kooperiert“, verweist Lauterer auf die gute Vernetzung.

Neben den zwei OP-Sälen, die extra für Besucher freigehalten wurden, war der Hubschrauberlandeplatz über den Dächern von Bregenz der große Anziehungspunkt. Zwischen 100 und 130 Mal im Jahr landen und starten hier Rettungshubschrauber. „Tendenz steigend“, wie der Verwaltungsdirektor anmerkt. Die Besucher wiederum befanden einhellig: „Die Aussicht ist einfach fantastisch.“ VN-MM

Wo sonst Rettungshubschrauber landen, tummelte sich das Publikum.
Wo sonst Rettungshubschrauber landen, tummelte sich das Publikum.