Die Frau der Großevents beim Weltturnfest

Vorarlberg / 01.07.2019 • 19:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Susanne Dür aus Mäder auf „ihrer“ Birkenwiese. VN/Hämmerle
Susanne Dür aus Mäder auf „ihrer“ Birkenwiese. VN/Hämmerle

Eröffnungsveranstaltung, Schlusszeremonie, Dornbirn Special: Susanne schmeißt den Laden.

Dornbirn Natürlich will sie sich nicht als Einzelperson im Mittelpunkt sehen. „Es sind wir alle. Gemeinsam haben wir das alles geschafft, und wir waren ein wunderbares Team.“ Susanne Dür (47) kennt keinen Stress, sondern nur Freude. Auch wenn sie wie verrückt gebuckelt hat, über mittlerweile vier Jahre und in den letzten Wochen ganz intensiv. Während sie spricht, laufen gerade die Platzwarte Siegi und Bernd an den Bierbänken beim Verpflegungshäuschen auf der Birkenwiese vorbei. Das geht nicht ohne ein herzliches Hallo von beiden Seiten. Man kennt sie, die Susanne. Sie ist beliebt, versteht sich mit Groß und Klein und Jung und Alt. „Ich schwätze gerne. Das war schon in der Schule so“, lacht sie verschmitzt.

Organisationstalent

Doch wegen ihrer Freundlichkeit hat sie den Job, den sie bei der Gymnaestrada versieht, nicht inne. Die in Mäder wohnhafte gebürtige Dornbirnerin ist das, was man als Organisationstalent bezeichnet. Die Eröffnungs- und Schlussfeier auf der Birkenwiese mit 26.000 Menschen sowie das Dornbirn Special zu organisieren, ist kein Pappenstiel. Dafür braucht es Präzision, Überblick und Flexibilität. Susanne zieht Pläne heraus und ist schon mitten drinnen in der Materie. Sie erklärt wann wer von wo hereinmarschiert, in welchem Tribünenbereich sich die einzelnen Nationen platzieren sollen.

Sie beschreibt die Choreografie, weist darauf hin, wie schnell die freiwilligen Helfer Geräte auf den Platz schleppen müssen und dann wieder abtransportieren. „In einer Stunde sollten die rund 18.000 Teilnehmer einmarschiert und anschließend auf ihren Tribünenplätzen sein“, verrät Susanne Dür. Die Choreografie einer solchen Massenveranstaltung verträgt keine Fehler. Stress kennt die GKK-Angestellte nicht. Und wenn so etwas Ähnliches bei ihr hochkommen sollte, „dann verwandle ich das in Freude“. Als die Weltgymnaestrada 2019 vor vier Jahren in Helsinki Vorarlberg zugesprochen wurde, kam die Vorarlberger Turnpräsidentin Monika Reis unverzüglich auf Susanne Dür zu. „Wir brauchen dich in der Organisation“, sagte man ihr. Natürlich konnte die Umworbene dem nicht widerstehen. Nach Rücksprache mit dem Familienrat nahm sie schließlich die Herausforderung an. „Ohne Zustimmung meiner Familie, die mich auch tatkräftig unterstützt, hätte ich das nicht gemacht.“ Für die Gymnaestrada hat sich Susanne extra Urlaub genommen. „Zwei Wochen brauche ich für die letzten Vorbereitungen und die Veranstaltung selbst. Die zwei Wochen danach brauche ich dann, um mich zu erholen.“

Ein bisschen Gymnaestrada abseits ihres zeitaufwendigen Jobs hat sie sich auch vorbehalten. Susanne Dür wird an einem der Vormittage während der Gymnaestrada-Woche gemütlich durch das Messe-Areal schlendern. „Und auf den Österreich-Abend gehe ich als Zuschauerin. Und zwar mit meiner Familie.“