Teurer „Jux“ mit Kinderpornos

Vorarlberg / 01.07.2019 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Richter Martin Mitteregger redete dem Angeklagten ordentlich ins Gewissen. VN/GS
Richter Martin Mitteregger redete dem Angeklagten ordentlich ins Gewissen. VN/GS

Abteilungschef zu vier Monaten bedingter Haft und 4000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Dornbirn Der 32-jährige Vorarlberger ist unbescholten, verheiratet, Vater von zwei Kindern und verdient als Abteilungschef in einem Gastronomiebetrieb ein beachtliches Gehalt. Ein durchaus beschauliches bürgerliches Dasein, möchte man meinen, hätte sich der Unterländer nicht des Öfteren recht absonderlicher „Scherze“ befleißigt.

Nicht aus persönlichem Hang zum Pädophilen, nein, vielmehr aus Gründen einer „lediglichen Verarschung“ habe er Folgendes vollbracht: Er lud aus unbekannten Quellen kinderpornografische Dateien auf seinen Computer und versandte das illegale Material über das betriebseigene WLAN an verschiedene Personen. Direkt aus dem Lokal.

Alles registriert

Doch die Dateien wurden auch von der Polizei registriert, jedes Datum, jede Minute und Sekunde für Sekunde.

Dann wurde es so richtig peinlich für den 32-Jährigen: Das Landeskriminalamt erschien vor seiner Türe, führte eine Hausdurchsuchung durch und stellte 18 Dateien von verbotenen, anrüchigen Bilddateien sicher. Material, auf dem laut Anklage „reißerisch verzerrte pornografische Darstellungen von sexuellen Handlungen Unmündiger zu erkennen sind“.

„Tote Kinderseelen“

Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch spricht der geständige Angeklagte nicht viel. Dafür umso mehr Richter Martin Mitter­egger, indem er seinem Gegenüber ernsthaft ins Gewissen redet: „Es handelt sich hier um Kinder aus Bulgarien, Rumänien oder Asien, die von der Straße geholt und mit Drogen vollgepumpt gefügig gemacht werden. Da steckt eine ganze Industrie dahinter. Diese Kinderseelen sind tot und haben kein Vertrauen mehr in irgendwelche Menschen. Aber hier gibt es ein Angebot und auch eine Nachfrage. Und dieser Hintergrund ist das Verwerfliche, das ist es, wofür Sie nun vor Gericht sitzen.“

„Keine pädophilen Neigungen“

Ja gewiss, der Angeklagte hätte selbst keine pädophilen Neigungen, da sei sich der Richter sicher. Auch sein sonst ordentlicher Lebenswandel sei zu berücksichtigen. Dennoch: Unter anderem auch aus präventiven Gründen erfolgt ein Schuldspruch im Sinne der Anklage, nämlich des Vergehens der pornografischen Darstellung Minderjähriger.

Das Urteil: Vier Monate Freiheitsstrafe auf eine Probezeit von drei Jahren. Unbedingt ausgesprochen wird allerdings die Geldstrafe in der Höhe von 200 Tagessätzen zu je vier Euro. Der Verurteilte nimmt den Schuldspruch ohne zu zögern an.