Liechtenstein bei FL.A.CH wieder an Bord

Vorarlberg / 02.07.2019 • 18:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die S-Bahn nach Buchs im Bereich der geplanten neuen Bahnhaltestelle Tisis-Tosters. Hier sollen täglich bis zu 1000 Menschen Ein- und Aussteigen. HEILMANN

Verhandlungen für Ausbau des Regionalverkehrs Feldkirch-Vaduz laufen wieder.

Gernot Schweigkofler

Bregenz, Vaduz, Wien Das Fürstentum Liechtenstein ist offiziell wieder mit im Führerhaus für das S-Bahn-Projekt FL.A.CH. Dabei geht es um den Ausbau des regionalen Bahnverkehrs zwischen Feldkirch und Buchs. Denn die Regierung in Vaduz hat beschlossen, die 2015 sistierten Verhandlungen mit Wien wieder aufzunehmen. Das Fürstentum war damals ausgestiegen, nachdem aus Wien das Begehren laut wurde, den vereinbarten  Kostenschlüssel nachzuverhandeln. Das Projekt verfügt zudem über eine  gültige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), diese gilt bis 2025. 2018 war es wieder zu einer Annäherung gekommen, es wurden gemeinsam die aktualisierten Projektkosten erhoben.

Zu den neuen Kosten ist noch nichts zu erfahren, sowohl in Wien als auch in Vaduz zeigt man sich zurückhaltend. Zum Zeitpunkt der Sistierung lag die Schätzung bei 90 Millionen Euro. Aus Liechtenstein ist zu erfahren, dass das alte Projekt weitgehend gehalten wird, lediglich ein möglicher Halt des Railjets von Wien nach Zürich im beschaulichen Nendeln sei angedacht.

Im Verkehrsministerium in Wien teilt man mit, dass bereits diese und kommende Woche auf „hoher Ministerebene“ verhandelt wird. Es gehe darum, den Schlüssel der Kostenteilung festzulegen. Im Vorfeld habe man eine Zuordnung einzelner Funktionen des Projekts abgestimmt. „Die Eisenbahnstrecke Feldkirch-Buchs ist von hoher Bedeutung für den Fernverkehr in Österreich“, erklärt eine Sprecherin, deshalb begrüße man die Entscheidung Liechtensteins. Eine Erneuerung der von den ÖBB betriebenen Strecke stehe ohnehin an, der Ausbau des Regionalverkehrs sei eine große Chance für die Region.

Freude im Landhaus

In Vorarlberg herrscht Freude. Für den zuständigen Landesrat Johannes Rauch ist es ein Schlüsselprojekt. „8000 Menschen pendeln täglich nach Liechtenstein“, rechnet er vor. „Die Bahnverbindung ist aber nicht auf dem hohen Standard, den wir in Vorarlberg gewohnt sind.“ Der geplante Halbstunden-Takt würde die Attraktivität steigern, zudem würden eine neue Haltstelle (Tisis-Tosters) geschaffen und bestehende aufgewertet. FL.A.CH werde eine Entlastung des Straßennetzes mit sich bringen. Politisch ist man sich einig. Auch Landeshauptmann Markus Wallner betont, dass er auf eine rasche Einigung hofft. Rauch glaubt, dass das bis Jahresende möglich sein könnte. Dann stehe eine verpflichtende Volksabstimmung in Liechtenstein an. Sollte diese positiv ausgehen, könnte das Projekt schnell auf Schiene gebracht werden, die Mittel sind im ÖBB-Rahmenplan 2018 bis 2023 vorgesehen.

„Die Bahnverbindung nach Buchs ist nicht auf dem im Land gewohnten hohen Standard.“