Wenn Sprachen verbinden

03.07.2019 • 17:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die gebürtige Mosambikanerin ist seit Monaten im Gymnaestrada-Einsatz. VN
Die gebürtige Mosambikanerin ist seit Monaten im Gymnaestrada-Einsatz. VN

Sandra Schörghofer dolmetscht bei der Gymnaestrada.

feldkirch Der Countdown läuft: noch drei Tage bis zu einem der sportlichen Höhepunkte dieses Jahres. Die Vorbereitungen sind überall im Land in vollem Gange, die ersten internationalen Teilnehmer sind bereits eingetroffen. Auch bei Sandra Schörghofer steigt die Vorfreude mit jedem Tag, an dem die Weltgymnaestrada näher rückt. Seit Monaten ist die gebürtige Mosambikanerin schon ehrenamtlich im Einsatz. Vor allem beim Übersetzen von Portugiesisch ins Deutsche und umgekehrt sind Schörghofers Fähigkeiten gefragt: „Ich war die vergangenen Monate für die Übersetzung von Foldern zuständig. Mit den Landes-Gymnastik-Verbänden in Afrika habe ich über zahlreiche Telefonate und Mailverkehr die Teilnahme zu klären“, erzählt die Feldkircherin. Portugiesisch ist nämlich in diesen afrikanischen Ländern – Mosambik, Kap Verde und Angola – die Amtssprache.  

Ihre Tätigkeit bei der Gymnaestrada hat Sandra Schörghofer ihrer Spontaneität zu verdanken: „Über den Handballclub Feldkirch, bei dem ich ebenfalls aktiv bin, ergab sich bei einem Derby gegen Dornbirn der Kontakt zu Erwin Reis. Er suchte jemanden zur Unterstützung bei der Kommunikation mit den portugiesisch-sprechenden Ländern“, erinnert sich die 51-Jährige. Im Vorjahr lernte sie die unterschiedlichen Delegationen bereits bei einem Gymnastik-Bewerb an der Algarve (Faro) in Portugal kennen. „Außerdem habe ich bereits Vertreter des Gymnastik-Verbandes in Mosambik im Rahmen eines privaten Urlaubs kennengelernt“, fügt die Angestellte hinzu. Schörghofer wohnt bereits seit über 30 Jahren in Vorarlberg. „Damals kam ich als Au-pair hierher, lernte später meinen Mann kennen und bin hiergeblieben.“ Nach Mosambik reist sie alle paar Jahre, um ihre Familie zu besuchen. „Aber da habe ich dann schnell wieder Heimweh nach Vorarlberg“, sagt die Mutter eines 14-jährigen Sohnes.

Auf das größte internationale Breitensportfestival freut sie sich vor allem auch, weil sie gerne unter Menschen ist: „Ich mag das Bunte, die kulturelle Vielfalt und bin einfach gerne in guter Gesellschaft“, sagt sie mit einem sympathischen Lachen.

Folgen durch Zyklone

Mosambik wäre dieses Jahr neben zehn anderen Nationen als Weltgymnaestrada-Neuling gestartet. Ursprünglich sollte eine Delegation von 20 Frauen und Männern aus dem Land im Südosten Afrikas nach Vorarlberg kommen. Doch es kam anders: Die Zyklonen „Idai“ und „Kenneth“ haben nach Angaben der UNO 90.000 Häuser zerstört, tausende Todesopfer gefordert und die Lebensgrundlage von Millionen Menschen zerstört. „Alles wurde weggespült“ stellt Schörghofer mit Bedauern fest. Nach der Flutkatastrophe haben Sponsoren ihre Zusage zurückgezogen, um die Bevölkerung vor Ort zu unterstützen. Diese Umstände haben auch Auswirkungen auf die Gymnaestrada: Lediglich drei Personen werden aus Mosambik nach Vorarlberg kommen, um an dem Turnevent teilzunehmen. Ihre Freizeit verbringt Schörghofer am liebsten mit ihrem Mann Günther und Sohn Christian bei Handballspielen. Die ganze Familie ist beim Handballclub Feldkirch ehrenamtlich tätig. Der Klub wird während der Gymnaestrada die insgesamt 700 internationalen Teilnehmer, die in Feldkirch beherbergt sind, unterstützen. Sandra Schörghofer kann es jedenfalls kaum erwarten: „Ich freue mich auf die großartige Stimmung, die internationalen Teilnehmer und viele eindrucksvolle Vorstellungen!“

„Ich freue mich auf die Stimmung und eindrucksvolle Vorstellungen.“