Nur mit gültigem Pickerl über die Grenze

04.07.2019 • 20:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Nicht in allen Ländern gelten Toleranz­fristen für das Pickerl. aoa
Nicht in allen Ländern gelten Toleranz­fristen für das Pickerl. aoa

ÖAMTC: Urlaubsfahrt mit abgelaufener Plakette ergibt oft Probleme im Ausland.

Schwarzach Vier Monate hat man in Österreich nach Fälligkeit des Pickerls Zeit, die Überprüfung durchführen zu lassen. Was in Österreich erlaubt ist und eigentlich auch im Ausland akzeptiert werden müsste, ist nicht überall bekannt. „Wir haben immer wieder Anrufe von Mitgliedern, die im Ausland von der Polizei bestraft werden oder denen das Kennzeichen oder Dokumente abgenommen werden, weil das Pickerl als abgelaufen beurteilt wird. Dabei ist es innerhalb des in Österreich erlaubten Toleranzzeitraums“, erklärt ÖAMTC-Jurist Alexander Letitzki. Sogar Mitgliederbeschwerden über die Verweigerung der Einreise liegen vereinzelt vor. „Das ist klar völkerrechtswidrig und widerspricht den internationalen kraftfahrrechtlichen Vereinbarungen. Grundsätzlich unterliegen die Begutachtung eines Fahrzeugs und eine eventuelle Bestrafung einzig dem Staat, in dem es zugelassen wurde“, so Letitzki.

In Österreich gilt ein gesetzlicher Toleranzzeitraum für die Pickerl-Überprüfung: Für Pkw (Klasse M1) beginnt dieser einen Monat vor und endet vier Monate nach Fälligkeit und richtet sich nach dem Monat der Erstzulassung. „In diesem Zeitraum darf weder eine Strafe verhängt werden noch ein Nachteil im Schadensfall entstehen. Das Pickerl gilt noch nicht als abgelaufen“, informiert der ÖAMTC-Jurist. In vielen Ländern gibt es allerdings keine oder kürzere Toleranzfristen. Obwohl rechtlich nicht zulässig, haben österreichische Autofahrer insbesondere in Ungarn, Polen und Tschechien immer wieder Probleme. Der ÖAMTC empfiehlt daher, die Urlaubsfahrt nur mit einer gültigen Begutachtungsplakette anzutreten.