Dealer ausspioniert und Ware ausgegraben

07.07.2019 • 20:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte bei der Verhandlung am Landesgericht. CRO
Der Angeklagte bei der Verhandlung am Landesgericht. CRO

Pärchen verschaffte sich auf ungewöhnliche Art Zugang zu Heroin.

Feldkirch Der „Schatz“ in einem Waldstück in Göfis war für ein Drogenpärchen aus der Kummenberg-Region verlockend. Die 31-jährige Frau hatte ganz genau beobachtet, wo der Dealer den mit 50 Gramm Heroin gefüllten Beutel im Wert von 3000 Euro verbuddelte. Da sie und ihr 37-jähriger Freund zu diesem Zeitpunkt „clean“ waren, blieb der Stoff vorerst unter der Erde. Es dauerte allerdings nicht lange, bis sich der Rückfall einstellte.

Sie „navigierte“ ihn bei Dämmerung zielsicher zum Versteck, er grub den Inhalt aus. Dumm nur, dass das Pärchen auch sonst noch mit Heroin und Kokain handelte und den Stoff auch über die Grenze schmuggelte, bis sie erwischt wurden. Es war auch nicht das erste Mal, dass sie wegen ihrer Drogensucht mit dem Gesetz in Konflikt kamen.

In der Gefängniszelle hatten die beiden viel Zeit, um über ihr bisheriges unstetes Leben nachzudenken. Bei der Verhandlung zeigte sich die Erstangeklagte vor Richter Michael Fuhrmann reumütig, geständig und kooperativ. „Ich weiß, ich habe viele Fehler gemacht und möchte mein Leben endlich in den Griff bekommen.“ Die zuletzt arbeitslose, gelernte Bürokauffrau betonte, dass sie dazu bereit sei, eine Therapie zu machen. Eine Jobzusage in der Produktionsabteilung eines Industrie-Unternehmens hat sie auch bereits, nur eine Haftstrafe könnte da zum Problem werden. Also bittet sie um eine Fußfessel, die ihr den weiteren Aufenthalt hinter Gitter ersparen würde.

Ebenso bat ihr Mittäter um ein mildes Urteil. Schließlich hätte er das Diebesgut nur ausgegraben, die Anstiftung zur Tat kam hingegen von seiner Ex-Partnerin. „Ich wusste ja nicht, wo es war, sie hat mich hingeführt.“ Der gelernte Kfz-Mechaniker und Maurer absolviert derzeit in einer speziellen Einrichtung ein Therapieprogramm, das noch bis September dauert. Danach könnte er wieder zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurückkehren.

Haftstrafen ausgesprochen

Freilich blieben ihre Vergehen des Suchtgifthandels, unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften und Diebstahls nicht ohne Folgen. Sie fasste zwölf Monate Freiheitsstrafe aus, wobei durch frühere Verurteilungen noch sechs hinzukommen. Ob sie statt Haft eine Fußfessel bekommt, wurde noch nicht entschieden. Dazu muss ein entsprechender Antrag eingebracht werden. Ihr Ex-Partner muss für zwei Jahre hinter schwedische Gardinen. Der Mann erbat wegen seiner Therapie um Haftaufschub. Beide nahmen das Urteil an. CRO