Die Straße und das Fest

08.07.2019 • 19:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
So wie in Höchst wurde auf vielen Bühnen im Land gefeiert. VN/Hämmerle
So wie in Höchst wurde auf vielen Bühnen im Land gefeiert. VN/Hämmerle

Ich war am Sonntagabend in Höchst. Unglaublich, was sich da abspielte. Tausende Menschen feierten im Zentrum; auf der Bühne gab’s Musik, Turnen und Tanzen, die sonst vielbefahrene und derzeit gesperrte Straße Richtung Gaißau wurde zum Rummelplatz. Finnen, Armenier, Höchster und Nicht-Höchster verbrüderten sich, zelebrierten Geselligkeit und Eintracht. Ähnlich ging es in anderen Kommunen zu. Wie gerne wäre man da überall gleichzeitig gewesen. Das Vorarlberger Rheintal als einzige Festwiese – wann wird man das schon wieder einmal erleben.

Ich frage mich: Wo kommt sie her, diese ansteckende Lebensfreude, diese unbändige Lust zum Feiern und Verbrüdern mit Menschen aus anderen Teilen der Welt? Die Vorarlberger sind ja sonst eher nüchtern, die Bereitschaft zu spontanen Partys ohne konkreten Anlass gehört nicht unbedingt zur Genetik der Alemannen.

Es muss wohl etwas damit zu tun haben, dass sich Menschen nach etwas unkompliziert Schönem sehnen. Das ist ein Ereignis wie die Gymnaestrada zweifellos.

In Höchst erzählte man mir, wie schwierig und mühsam es gewesen sei, die behördliche Genehmigung für die Sperre der Hauptstraße zu erhalten. Dutzende Gründe, warum das nicht gehe, keinen, warum es vielleicht doch geht. Es habe alles gebraucht, um letztlich grünes Licht für die kurzfristige Umwidmung der Straße zu erhalten.

Was ich am Montag gehört habe: Ein dickes Lob von der Polizei für eine Party, die absolut friedlich und ohne jegliche unangenehme Zwischenfälle verlief. Proteste über die gesperrte Straße sind mir nicht bekannt.