Land strebt nach optimaler Inklusion

Vorarlberg / 08.07.2019 • 21:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Entwicklungsprozess in Gang gesetzt.

bregenz Vorarlberg will sich auf den Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen machen. Mit diesem Prozess soll die Weiterentwicklung von der Integration zur Inklusion vollzogen werden. Als Zeitrahmen hat sich das Land 2019 bis 2020 gesetzt. „Es geht darum, Bedingungen im örtlichen Gemeinwesen zu schaffen, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, ihr Leben selbstbestimmt innerhalb der Gesellschaft zu gestalten“, erklärte der für Integration zuständige Landesrat Christian Bernhard.

Zwei Paar Schuhe

Integration und Inklusion sind nämlich zwei Paar Schuhe. „Integration ist die Hereinnahme einer Minderheit zu den Bedingungen der Mehrheit, Inklusion dagegen die gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft“, verdeutlichte Bernhard, worin der große Unterschied liegt. Es sei erstaunlich, welches Potenzial Menschen entwickeln, wenn man ihnen etwas zutraue. Dieser Aussage konnte Elisabeth Tschann vom Fachbereich Chancengleichheit und Behinderung des Landes uneingeschränkt beipflichten. Sie verwies auf eine Studie, mit der der künftige Wohnbedarf für Menschen mit Behinderung erhoben wurde. Laut dieser wird durch die Umsetzung der Inklusion in den weniger intensiv betreuten Wohnformen zusätzlicher Bedarf entstehen, im vollbetreuten Wohnen dagegen weniger. Als positiv wird von Benutzern das ambulant begleitete Wohnen bewertet. Es gebe ihnen eine größere Selbstständigkeit, ein gesteigertes Selbstwertgefühl und ein höheres Wohlbefinden.

Der Fachbereich Chancengleichheit und Behinderung und das Büro für Zukunftsfragen wollen am Entwicklungsprozess auch möglichst viele Bürger beteiligen, sagte Projektbegleiterin Susanna Hofer. Es hätten sich bereits viele Einzelpersonen, Vereine, Träger der Integrationshilfe, Selbstvertreter und viele andere mit großem Engagement auf den Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen gemacht. Sie sollen sich mit ihrem Fachwissen aktiv in die Planung und Gestaltung einbringen. Der offizielle Start wurde bereits Anfang Mai mit einer Zukunftskonferenz mit rund 100 Teilnehmenden gemacht. Nach diesem Auftakt wird nun in Untergruppen gearbeitet, die sich im Herbst treffen. Im Frühjahr 2020 sollen Ergebnisse vorliegen. VN-MM

„Es erstaunt, welches Potenzial Menschen entwickeln, wenn man ihnen etwas zutraut.“