WK-Pflichtmitgliedschaft im Visier

08.07.2019 • 17:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Unos-Forderung nach Offenlegung der Verwendung der Mitgliedsbeiträge.

Dornbirn Die Vorarlberger Unos, die „Wirtschaftsfraktion“ der Neos, meldet sich nach der Neuaufstellung vor wenigen Wochen erstmals zu Wort. Sie verlangen die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft für Unternehmen bei der Wirtschaftskammer und die Entrümpelung der geltenden Gewerbeordnung.

Freie Entscheidung

Der neue Landessprecher der Unos, Sasha Petschnig, fordert, dass Unternehmen frei entscheiden können, ob sie einer Interessenvertretung angehören wollen oder nicht. Angst um Mitglieder müsse die Wirtschaftskammer auch bei einer Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft keine haben, da ihre Arbeit durchaus positiv zu bewerten sei und viele Selbstständige das gute Service der Kammer durchaus zu schätzen wissen. Mehr Transparenz verlangt Petschnig, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, bei der Verwendung der Mitgliedsbeiträge: „Die Mitglieder wissen schlichtweg nicht, war mit ihrem Geld eigentlich passiert.“ Und davon sei wahrlich genug vorhanden, rechnet der Landessprecher vor: Die Rücklagen betragen seiner Ansage zufolge 52 Millionen Euro, das Anlagevermögen liege bei 59 Millionen.

Für Petschnig ist es außerdem höchst an der Zeit, die Gewerbeordnung zu entrümpeln, um die wirtschaftliche Entfaltung nicht weiter zu behindern. Es könne nicht sein, dass ein Malermeister keine Rigipswand aufstellen oder eine erfahrende Fremdenführerin kein Reisebüro eröffnen dürfe.

„Es braucht freie Bahn für neue Geschäftsbereiche und Start-ups.“ Derzeit gibt es in Österreich rund 80 reglementierte und 440 freie Gewerbe.

Gegen Sackgasse

Unos-Landessprecherstellvertreter Garry Thür will die Lehrberufe durch flexible Anschlussmöglichkeiten attraktiver machen. Damit eine Lehre nicht zur Sackgasse wird, fordert er unter anderem nach einem Lehrabschluss Umschulungsmöglichkeiten in andere Berufe. Solche Initiativen sind, so Neos-Landessprecherin Sabine Scheffknecht, dann erfolgreich, wenn der Bürokratie der Kampf angesagt werde. HA

„Die Mitglieder wissen schlichtweg nicht, was mit ihrem Geld eigentlich passiert.“