Das Messeareal ist während der Gymnaestrada der Ort, an dem die Welt sich trifft

09.07.2019 • 17:20 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Begegnung von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Erdteilen: Da gesellt sich Gymnaestrada-Maskottchen Dorli gerne dazu. FOTOS/VIDEO: VN/STEURER

Ein Rundgang in jenem Bereich, in dem das Herz der Gymnaestrada schlägt, vermittelt ein ganz besonderes Gefühl.

Dornbirn Auch der Ausnahmezustand kann einen Alltag haben. Im Messeareal, wo das Herz der Weltgymnaestrada 2019 schlägt, entfaltet das Großereignis tagtäglich seine eigene Dynamik. Auf einer Meile ist dort die Welt zu Hause, und kann gar nicht genug davon bekommen, sich zu feiern, zu besingen, zu mögen und sich sprichwörtlich zu bewegen.

Soldaten als Gastrohelfer

In Halle elf sind gegen 10.30 Uhr Bundesheersoldaten damit beschäftigt, den Massenansturm von 13.000 Teilnehmern zum Mittagessen vorzubereiten.

Gruppenvorführung einer Gruppe aus Mexiko.

„Alles paletti“, lacht ein Wehrmann fröhlich. Auch Zugskommandant Daniel Mohr ist guter Dinge. „Wir sperren gerade einige Bereiche ab, um sie abwechselnd für große Gruppen beim Mittagessen wieder freizugeben. Gleichzeitig schaffen wir auch Paletten mit Getränken heran und helfen bei der Verteilung“, erklärt der Soldat die Friedensmission seiner Truppe beim wohl friedlichsten Massenevent der Welt.

Dieser Soldat fühlt sich bei seinem Gymnaestrada-Einsatz richtig wohl. Er ist nicht der Einzige.  VN/Steure
Dieser Soldat fühlt sich bei seinem Gymnaestrada-Einsatz richtig wohl. Er ist nicht der Einzige. VN/Steure

In Halle acht wird geturnt und gesungen. Der Gymnaestrada-Song „Like a rainbow in the sky“ lässt Arme in die Höhe schwingen und sich harmonisch bewegen. Die Turnerinnen der TS Hohenems zeigen auf der Matte, was sie drauf haben. Es ist viel und gefällt. Birgit Rüf, Anna Leutgeb und Eugen Rist schaukeln die Organisation. „Wir haben eine Liste mit den auftretenden Gruppen und welche Geräte sie brauchen. Die Kollegen schaffen diese her und räumen andere ab“, beschreibt Rüf ihren Tätigkeitsbereich.

Diese österreichische Gruppe hat im Freigelände großen Spaß und freut sich auf den Auftritt. VN/Steurer
Diese österreichische Gruppe hat im Freigelände großen Spaß und freut sich auf den Auftritt. VN/Steurer

Das Leben auf der Meile

Draußen im Gang erholen sich die Dänen von ihrem Auftritt und die Mexikaner rüsten sich für den ihren. Eine mandeläugige Schönheit trägt noch schnell Make-up auf und schon geht es hinein in die Halle. Der Jubel verrät, dass sich das Publikum schon auf die Mittelamerikaner freut. Im Freien ziehen zahlreiche nationale Gruppen durch die Gymnaestrada-Meile. Einige demonstrieren ihre Festlaune mit rhythmischem Klatschen, andere singen, wieder andere machen sogar Akrobatikeinlagen. Eine österreichische Gruppe ist mit großen grünen Bällen unterwegs. Die Gruppenleiterin hat die Buben und Mädchen um sich versammelt, um ihnen etwas zu vermitteln. Für ein Gemeinschaftsfoto lässt sie sich in ihrem Vortrag gerne unterbrechen.

Ein Pulk bulgarischer Turnerinnen und Turner zieht stimmgewaltig des Weges. Bestens gelaunt rufen sie eine Parole in ihrer Landessprache. Die Verkaufsstände, die Essen, Kleidung und Souveniers anbieten, erfreuen sich regen Zulaufs.

Entspannte Polizei

Mittlerweile hat sich schon eine große Menschenschlange vor dem Osteingang der Halle elf gebildet. Die Zeit der Verköstigung ist angebrochen. Gruppenweise betreten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den riesigen Speisebereich, wo die Abläufe bereits gut ineinandergreifen, sich je nach Zustrom eine gewisse Wartezeit jedoch nicht verhindern lässt.

„Es ist einfach gar nichts los. Das hier ist eine absolut friedliche Veranstaltung.“

Christian Ertl, Polizei-Einsatzleiter

Ins Gebäude des Sportgymnasiums kommt man nur mit einem Sonderausweis. Dort befinden sich die Räumlichkeiten des Organisationskomitees und das Polizeiquartier.

Die drei anwesenden Beamten sitzen vor ihren Bildschirmen und sind entspannt. „Es ist einfach nichts los, gar nichts“, berichtet Einsatzleiter Christian Ertl und will seine Freude darüber gar nicht verhehlen. „Diese Veranstaltung ist durch und durch friedlich“, merkt er an und wünscht sich eine Fortsetzung des Müßiggangs. Die Chancen dafür stehen  gut.

Alter schützt vor Bewegung nicht. Es sind nicht nur die jungen Teilnehmer, die auf der Gymnaestrada tolle Darbietungen zeigen. VN/Steurer
Alter schützt vor Bewegung nicht. Es sind nicht nur die jungen Teilnehmer, die auf der Gymnaestrada tolle Darbietungen zeigen. VN/Steurer
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