Die ganze Welt auf einer Meile

09.07.2019 • 19:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf der Gymnaestrada-Meile begegnen sich Menschen aus allen Teilen dieser Welt und haben miteinander Spaß.   VN/Steurer
Auf der Gymnaestrada-Meile begegnen sich Menschen aus allen Teilen dieser Welt und haben miteinander Spaß.   VN/Steurer

Ein Rundgang durchs Messequartier vermittelt Gymnaestrada-Feeling pur.

Dornbirn Auch der Ausnahmezustand kann einen Alltag haben. Im Messeareal, dort wo das Herz der Weltgymnaestrada 2019 schlägt, entfaltet das Großereignis seine eigene, tagtägliche Dynamik. Auf einer Meile ist dort die Welt zu Hause, und kann gar nicht genug davon bekommen, sich zu feiern, zu besingen, zu mögen und sich sprichwörtlich zu bewegen.

Soldaten im Kücheneinsatz

In Halle elf sind gegen 10.30 Uhr Bundesheersoldaten damit beschäftigt, den Massenansturm von 13.000 Teilnehmern zum Mittagessen vorzubereiten.

„Alles paletti“, lacht ein Wehrmann fröhlich. Auch Zugskommandant Daniel Mohr ist guter Dinge. „Wir sperren gerade einige Bereiche ab, um sie abwechselnd für große Gruppen beim Mittagessen wieder freizugeben. Gleichzeitig schaffen wir auch Paletten mit Getränken heran und helfen bei der Verteilung“, erklärt der Soldat die Friedensmission seiner Truppe beim wohl friedlichsten Massen­event der Welt.

In Halle 8 wird geturnt und gesungen. Der Gymnaestrada-Song „Like a rainbow in the sky“ lässt Arme in die Höhe schwingen und sich harmonisch bewegen. Die Turnerinnen der TS Hohenems zeigen auf der Matte, was sie draufhaben. Es ist viel und gefällt. Birgit Rüf, Anna Leutgeb und Eugen Rist schaukeln die Organisation. „Wir haben eine Liste mit den auftretenden Gruppen und welche Geräte sie brauchen. Die Kollegen schaffen diese her und räumen andere ab“, beschreibt Rüf ihren Tätigkeitsbereich.

Das Leben auf der Meile

Draußen im Gang erholen sich die Dänen von ihrem Auftritt und die Mexikaner rüsten sich für ihren. Eine mandeläugige Schönheit trägt noch schnell ein Make-up auf und schon geht es hinein in die Halle. Der Jubel dort verrät, dass sich das Publikum schon auf die Mittelamerikaner freut. Im Freien ziehen zahlreiche nationale Gruppen durch die Gymnaestrada-Meile. Einige demonstrieren ihre Festlaune mit rhythmischem Klatschen, andere singen, wieder andere machen sogar Akrobatikeinlagen. Eine österreichische Gruppe ist mit großen grünen Bällen unterwegs. Die Gruppenleiterin hat die Buben und Mädchen um sich versammelt, um ihnen etwas zu vermitteln. Für ein Gemeinschaftsfoto lässt sie sich in ihrem Vortrag gerne unterbrechen.

Ein Pulk bulgarischer Turnerinnen und Turner zieht stimmgewaltig des Weges. Bestens gelaunt rufen sie eine Parole in ihrer Landessprache. Die Verkaufsstände, die Essen, Kleidung und Souveniers anbieten, erfreuen sich regen Zulaufs.

Entspannte Polizei

Mittlerweile hat sich schon eine große Menschenschlange vor dem Osteingang der Halle elf gebildet. Die Zeit der Verköstigung ist angebrochen, gruppenweise betreten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den riesigen Speisebereich, wo die Abläufe bereits gut ineinandergreifen, sich je nach Zustrom eine gewisse Wartezeit jedoch nicht verhindern lässt.

Ins Gebäude des Sportgymnasiums kommt man nur mit einem Sonderausweis. Dort befinden sich die Räumlichkeiten des Organisationskomitees und das Polizeiquartier.

Die drei anwesenden Beamten sitzen vor ihren Bildschirmen und sind entspannt. „Es ist einfach nichts los, gar nichts“, berichtet Einsatzleiter Christian Ertl und will seine Freude darüber gar nicht verhehlen. „Diese Veranstaltung ist durch und durch friedlich“, merkt er zudem an und wünscht sich eine Fortsetzung des Müßigangs. Die Chancen dafür stehen  gut. VN-HK

„Es ist einfach nichts los. Diese Veranstaltung ist durch und durch friedlich.“

Ein fröhlicher Wehrmann im Einsatz bei der Gymnaestrada. Das Bundesheer hilft bei der Massenspeisung aus.

Ein fröhlicher Wehrmann im Einsatz bei der Gymnaestrada. Das Bundesheer hilft bei der Massenspeisung aus.