Bei sauberem Strom die Nase vorn

Vorarlberg / 10.07.2019 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit dem Jahr 2009 wurden in Vorarlberg 500.000 Quadratmeter Photovoltaik-Fläche installiert. Fotolia
Seit dem Jahr 2009 wurden in Vorarlberg 500.000 Quadratmeter Photovoltaik-Fläche installiert. Fotolia

Vorarlbergs Kommunen sind laut einer Statistik Spitzenreiter beim Ausbau von Photovoltaik-Anlagen.

Zwischenwasser In Relation zur Einwohnerzahl gibt es in keiner österreichischen Gemeinde eine derart hohe Zahl an Photovoltaikanlagen (PV) auf privaten Wohngebäuden wie in der Tourismusgemeinde Warth. Laut Statistik Austria beträgt die installierte PV-Leistung rund 800 Watt pro Kopf. Auch auf den Plätzen drei bis fünf liegen Vorarlberger Gemeinden: Fraxern (380 Watt), Krumbach (360 Watt) und Zwischenwasser (350 Watt). Landesrat Christian Gantner (VP) bedankte sich in Zwischenwasser für das Engagement.

Bronze in der Länderwertung

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gesehen dominieren in der Rangliste vor allem Kleingemeinden, aber auch in der Reihung nach absoluten Zahlen mischt Vorarlberg im Spitzenfeld mit. Gleich hinter Wien und Graz erreicht Dornbirn einen Stockerlplatz, noch vor Städten wie Linz, Wels, St. Pölten oder Klagenfurt. In der Länderwertung belegt Vorarlberg mit 10,9 PV-Anlagen pro 1000 Einwohner hinter dem Burgenland (13) und fast gleichauf mit Niederösterreich (11) den dritten Platz. Seit 2009 wurden in Vorarlberg  500.000 Quadratmeter Photovoltaik-Fläche installiert. Das Energieautonomie-Etappenziel 2020 war so schon 2018 erreicht. Gantner will aber nicht auf die Bremse steigen, sondern den Ausbau als Maßnahme gegen den ausgerufenen Klimanotstand vorantreiben.

E-Mobilität als Turbo für Ausbau?

Bis 2030 sollen 5000 Dächer zusätzlich sauberen Strom liefern. Gantner ortet drei wesentliche Beschleuniger des Ausbaus: gute Förderbedingungen, das breite Bewusstsein zugunsten der Energieautonomie sowie die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand. So unterstützt das Land gezielt die Initiative „Sonnenkindergärten“. Weiters wird ein Beratungsprogramm gefördert, das Unternehmen bei der wirtschaftlichen Hebung ihrer PV-Potenziale hilft. Und damit Strom für möglichst sinnvolle Nutzungen verfügbar ist, wollen Land, illwerke vkw und Energieinstitut Vorarlberg ihre Energiesparoffensive auch nach 2020 weiterführen. Kilian Tschabrun erläuterte als Bürgermeister die Aktivitäten in der e5- und Klimaschutzvorreitergemeinde Zwischenwasser. Laut Michael Braun vom Energieinstitut Vorarlberg könnte mit der Elektromobilität ein Turbo für den weiteren PV-Ausbau kommen, indem der Strom vom eigenen Dach auch für das E-Auto genutzt wird. VN-TW

„Auch wenn ein Ausbauziel schon erreicht ist: Es gibt keinen Grund, auf die Bremse zu steigen.“