Fächerübergreifendes Kulturprojekt an der Mittelschule Bürs

Vorarlberg / 10.07.2019 • 12:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Schüler suchten gemeinsam mit den Künstlerinnen Dorothea Koch und Nicole Noack Gegenstände aus dem Fundus der ARTENNE in Nenzing aus.HELMUT SCHLATTER

Über die Wirkmächtigkeit von Gegenständen.

Bürs Wie wird Geschichte gemacht? Wer ist daran beteiligt? Welche Rollen übernehmen in diesem Prozess Institutionen wie Museen und Archive? Und wie lässt sich Diversität über die eigene Geschichte abbilden? Diesen Fragen gingen Schüler der 2a Klasse der Mittelschule Bürs im Rahmen eines Kulturprojekts in der Reihe „culture connected“ nach.

Intensive Auseinandersetzung

Bereits Anfang Mai begannen die Vorbereitungen für das Projekt. Ende Mai erfolgte dann eine Exkursion in das Museum Großes Walsertal in Sonntag. Elisabeth Burtscher, Mundartdichterin und Kunstvermittlerin, begleitete die Schüler kundig durch die dort stattfindende Dauerausstellung. Im Workshop „Das Objekt als Informationsträger“ wurde ein interessanter Einblick in die Museumsarbeit vermittelt. Dabei entdeckten die Schüler manche ihnen unbekannte Objekte und deren Bedeutung, die aus vergangenen Tagen stammen.

Ein weiterer Workshop fand dann Anfang Juni in der Artenne in Nenzing statt, der von den beiden Künstlerinnen Dorothea Koch und Nicole Noack, die die aktuelle Ausstellung „Resonanz und Wunder. Dinge erzählen (eine) Geschichte“ ebendort konzipiert und realisiert hatten, geleitet wurde. Auch der Workshop trug diesen Titel. Zu einem persönlichen (Erinnerungs-)Gegenstand aus dem Alltag der Schüler suchten diese sich jeweils einen Gegenstand aus dem Fundus der Artenne aus. In diesem Prozess wurde die Fragestellung, wie ein Gegenstand seine Wirkmächtigkeit entfalten kann, thematisiert. Schlussendlich wurde eine eigene Präsentation durch die Schüler erarbeitet.

„Mit künstlerischen Mitteln –im Zeichnen, Fotografieren und Schreiben – wurden persönliche Geschichten sich selbst und anderen zur Anschauung gebracht. Durch den Blick von außen entsteht ein Moment der Distanzierung, der Voraussetzung sein kann, sich über das eigene Verhältnis zum Erinnerungsgegenstand klar zu werden und sich gegebenenfalls neu zu positionieren,“ erklärte Helmut Schlatter, Klassenvorstand der 2a-Klasse und Leiter der Artenne. Das Projekt sei im fächerübergreifenden Unterricht verwirklicht worden. Schlatter, der Deutsch, Geschichte, Informatik und Bildnerische Erziehung in dieser Klasse unterrichtet, sieht dies als Vorteil.

Vernissage

Jeder Schüler verfasste im Anschluss eine Geschichte zum eigenen Objekt. Außerdem wurden alle Gegenstände gemeinsam von den Schülern mit der Künstlerin Monika Thomas fotografiert und in eine Datenbank aufgenommen. Die Geschichten mit dem dazugehörenden Foto wurden gebunden, gedruckt und aufgelegt. „Die Katalogisierung ließ die Schüler einen Einblick in die professionelle Museums- und Archivarbeit gewähren“, führte Schlatter aus.

Zuletzt wurde die Ausstellung gemeinsam mit Monika Thomas aufgebaut. Die Präsentation dieser Arbeiten fand im Rahmen einer Vernissage dieser Tage in der Mittelschule Bürs statt. Sowohl die Schüler als auch die Lehrer und Eltern zeigten sich vom Projekt begeistert. BI