Vorarlberg bleibt Photovoltaik-Spitzenreiter

Vorarlberg / 10.07.2019 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Sachen Ausstattung mit Photovoltaikanlagen gilt Vorarlberg bundesweit als beispielgebend und sieht sich in einer Vorreiterrolle. VN

Statistik Austria stellt westlichstem Bundesland im Hinblick auf die Ausstattung mit Photovoltaikanlagen ein hervorragendes Zeugnis aus.

Zwischenwasser In Relation zur Einwohnerzahl gibt es in keiner österreichischen Gemeinde eine derart hohe Zahl an Photovoltaikanlagen (PV) auf privaten Wohngebäuden wie in der Tourismusgemeinde Warth. Laut Statistik Austria beträgt die installierte PV-Leistung rund 800 Watt pro Kopf. Auch auf den Plätzen drei bis fünf im Ranking liegen Vorarlberger Gemeinden, nämlich Fraxern (380 Watt), Krumbach (360 Watt) und Zwischenwasser (350 Watt). Landesrat Christian Gantner bedankte sich in Zwischenwasser für dieses vorbildliche Engagement: „Der kontinuierliche Ausbau der Photovoltaik in unseren Gemeinden ist ein wertvoller Beitrag in Richtung Energieautonomie.“

Bronze in der Länderwertung

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gesehen dominieren in der Rangliste vor allem Kleingemeinden, aber auch in der Reihung nach absoluten Zahlen mischt Vorarlberg im Spitzenfeld mit. Gleich hinter Wien und Graz erreicht Dornbirn einen Stockerlplatz, noch vor größeren Städten wie Linz, Wels, St. Pölten oder Klagenfurt. In der Länderwertung belegt Vorarlberg mit 10,9 PV-Anlagen pro 1000 Einwohner hinter dem Burgenland (13) und fast gleichauf mit Niederösterreich (11) den dritten Platz. Seit 2009 wurden in Vorarlberg rund 500.000 Quadratmeter Photovoltaik-Fläche installiert. Das Energieautonomie-Etappenziel für 2020 war so schon 2018 erreicht. Landesrat Gantner will jetzt aber keineswegs auf die Bremse steigen, sondern den PV-Ausbau als Maßnahme gegen den kürzlich ausgerufenen Klimanotstand weiter vorantreiben.

Bis 2030 sollen 5000 Dächer zusätzlich sauberen Strom liefern. Gantner ortet drei wesentliche Beschleuniger des Ausbaus: gute Förderbedingungen, das breite Bewusstsein in der Bevölkerung zugunsten der Energieautonomie sowie die Vorbildwirkung der öffentlichen Hand. So unterstützt das Land derzeit gezielt die Initiative „Sonnenkindergärten“. Weiters wird ein spezielles Beratungsprogramm gefördert, das Unternehmen bei der möglichst wirtschaftlichen Hebung ihrer PV-Potenziale hilft. Und damit Strom für möglichst sinnvolle Nutzungen verfügbar ist, wollen Land, illwerke vkw und Energieinstitut Vorarlberg ihre Energiesparoffensive auch nach 2020 weiterführen.

E-Mobilität als Turbo für PV-Ausbau?

Kilian Tschabrun erläuterte als Bürgermeister die Aktivitäten in der e5- und Klimaschutzvorreitergemeinde Zwischenwasser. Auf mehreren kommunalen Gebäuden gibt es Photovoltaikanlagen, und ein Elektrobus der Gemeinde bringt Kindergarten- und Schulkinder CO2-neutral aus den am Berg gelegenen Weilern ins Zentrum. Zentrales Anliegen ist aber die Mobilisierung der Bürgerinnen und Bürger, so Tschabrun. 2015 wurden in einer konzertierten Aktion in 100 Tagen 100 PV-Anlagen installiert. Die Gemeinde kümmerte sich um Bewerbung und die rasche Abwicklung der Bauanträge, den Rest übernahm die PV-Branche. Laut Michael Braun vom Energieinstitut Vorarlberg könnte mit der Elektromobilität ein Turbo für den weiteren PV-Ausbau kommen, indem der Strom vom eigenen Dach auch für das E-Auto genutzt wird. Um in der Verbreitung der Elektromobilität weitere Akzente zu setzen, fördert das Land E-Fahrzeuge, die im öffentlichen Interesse stehen, und zwar vom Bauhoffahrzeug der Gemeinde bis zu Einsatzfahrzeugen sozialer mobiler Dienste wie beispielsweise Essen auf Rädern. Auch E-Taxis werden gefördert und sollen bald auf Vorarlbergs Straßen zu sehen sein.

„Auch wenn das Ausbauziel auf dem Weg zur Energieautonomie bis 2020 schon jetzt erreicht ist, gibt es keinen Grund, auf die Bremse zu steigen.“

Christian Gantner, Landesrat