Den Vermieter ins Badezimmer gesperrt

11.07.2019 • 20:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 49-jährige Angeklagte musste seine zornige Handlung gegen den Vermieter vor Gericht ausbaden. hofer
Der 49-jährige Angeklagte musste seine zornige Handlung gegen den Vermieter vor Gericht ausbaden. hofer

Angeklagter wurde nach Auseinandersetzung mit Vermieter zu 1000 Euro Geldstrafe verurteilt.

FELDKIRCH Wenn Mietverhältnisse beendet werden, verläuft das mitunter nicht reibungslos. Meistens geht es ums liebe Geld. Das war auch im Fall eines 49-jährigen Mieters und dessen 80-jährigen Vermieters so.

Eher ungewöhnlich ist jedoch, dass die Sache dermaßen eskaliert, dass sie ein Fall für das Strafgericht wird. Der Vermieter und dessen 42-jährige Tochter werfen ihrem Mieter vor, dass er sie für zirka zehn Minuten nicht mehr aus dem sehr engen und dunklen Badezimmer ließ. Laut Angaben des Klägers versperrte ihnen der kräftige Mann den Weg und schubste beide mehrmals hinein. Der Angeklagte bestritt dies jedoch.

Der Grund für sein Verhalten war, dass die Tochter die Kaution in Höhe von 1500 Euro nicht mehr zurückgeben wollte, weil er ihnen das Haus in Feldkirch nicht ordnungsgemäß übergeben haben soll. Im Badezimmer eskalierte dann der Streit wegen eines noch nicht montierten Waschbeckens. Der Vermieter regte sich darüber maßlos auf, was wiederum den Mieter dermaßen aggressiv machte, dass es sich ordentlich gewaschen hatte.

„Ich bin putzvarruckt geworden, weil sie mir nicht zuhörten, warum ich es noch nicht gemacht hatte“, gab er vor Richterin Sonja Nachbaur unumwunden zu. Dumm nur, dass er gleichzeitig eine gefährliche Drohung aussprach, in der er sinngemäß davon sprach, einen Schlegel zu holen, um das Bad kaputt zu schlagen, damit nicht so schnell wieder jemand einziehen kann. Vater und Tochter jagte das ganz schön Angst ein. Sie verstanden, dass er sie niederschlagen wolle.

Gefährlich bedroht

Der nun in Hohenems wohnhafte Mann musste sein aggressives Verhalten gegen seinen Ex-Vermieter vor Gericht ausbaden. Und musste bangen, nicht von der engen Nasszelle in der nicht viel größeren Gefängniszelle zu landen. Denn für Freiheitsentziehung sieht das Gesetzbuch Strafen von bis zu drei Jahren Haft vor. „Ich hätte sie jederzeit aus dem Bad rausgehen lassen“, entkräftete er die Anschuldigungen vor Staatsanwältin Julia Berchtold, die einen Schuldspruch forderte. Sein Verteidiger Clemens Achammer sah hingegen Widersprüchlichkeiten in den Aussagen von Vater und Tochter. Der Vorsatz der Bedrohung sei nicht gegeben. Die Richterin war anderer Meinung. Der 49-Jährige wurde zwar vom Vergehen der Freiheitsentziehung freigesprochen, nicht aber von der gefährlichen Drohung. Der Mann, dem finanziell das Wasser bis zum Hals steht, muss dafür 1000 Euro bezahlen und die Verfahrenskosten tragen. Ob er dafür die Kaution verwenden kann, ist ungewiss, denn bisher wurde sie ihm noch nicht zurückgegeben. CRO