Der Turnfloh aus dem Heidiland

Vorarlberg / 11.07.2019 • 19:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jessica hat gut lachen. Die Gymnaestrada fasziniert sie.VN/Hämmerle
Jessica hat gut lachen. Die Gymnaestrada fasziniert sie.VN/Hämmerle

Jessica Brugger turnt seit ihrem vierten Lebensjahr.

Lustenau Sie ist blond, jung und fröhlich und kommt aus einem kleinen Örtchen im  Appenzell. Jessica Brugger ist das, was die Turnnation Schweiz ausmacht. Erst elf- und schon acht Jahre Turnerin. „Angefangen habe ich in einer Kindergruppe. Wahrscheinlich kann man das noch nicht als richtiges Turnen bezeichnen“, legt der Teenager strenge Maßstäbe an. So richtig sei das erst vor vier Jahren losgegangen.

Großes Abenteuer

Natürlich ist für die kleine Jessica die Gymnaestrada in Vorarlberg ein großes Abenteuer. Auch von zu Hause weg zu sein gefällt ihr, auch wenn ihre Heimat nur ein paar Steinwürfe weg am anderen Ufer des Rheins liegt. Jessica kommt aus der Appenzeller Region Innerrhoden. Dort, wo man noch erzkatholisch ist und die Zeit nicht nur auf unangenehme Weise stehen geblieben ist. Aber das mit der Religion sieht Jessica entspannt. „Meine Mama ist ja reformiert.“ Das Appenzell ist sein eigener, kleinen Kosmos. Einer, in dem das Turnen und die damit verbundene Tradition eine große Rolle spielen.

Jessica hat sich gerne von dieser Turntradition einfangen lassen. „Kannst du schon Saltos und Flick-flacks?“ Da muss Jessica den Laien anlächeln. „Ja, ja, die kann ich schon“, sagt sie freundlich und versteht wahrscheinlich nicht, warum man sie so etwas überhaupt fragt. Zu Hause ist sie das mit Abstand jüngste von vier Mädchen, vor allem ihre zweitälteste Schwester hat sie geprägt. 

Im nahen Vorarlberg ist der Turnfloh aus dem Heidiland bei bester Stimmung. Vor zwölf Jahren, bei der ersten Gymnaestrada im benachbarten Vorarlberg, war sie noch gar nicht auf der Welt, jetzt ist sie mittendrin im Geschehen und genießt die aufregenden Tage.

Jetzt kommt der Genuss

Gut lachen haben sie und ihre Kolleginnen und Kollegen vor allem deswegen, weil sie ihre Auftritte großteils bereits hinter sich haben. „Wir haben jetzt Freizeit und können uns einige Sachen anschauen“, sagt Jessica fröhlich und muss sich langsam herrichten. „Wir fahren bald mit der Gruppe weg“, entschuldigt sie sich.

Die Gruppe. Jessica genießt das Zusammensein mit den vielen anderen Schweizer Turnerinnen und Turnern. Untergebracht ist sie in der HAK in Lustenau. Zur Gruppe gehören auch einige andere Mädchen ihrer Altersklasse.

Von der Gymnaestrada schwärmt sie. „Es ist für mich ein einmaliges Erlebnis. Ich bin dankbar, dass ich hier sein darf.“ VN-HK